Der neue Mobilfunkstandard 5G soll auch in Japan möglichst schnell implementiert werden. Die entsprechenden Lizenzen wurden daher an vier große Anbieter vergeben. Anders als in Deutschland wurden sie allerdings nicht versteigert, sondern unter bestimmten Bedingungen kostenlos erteilt. Diese Maßnahme soll dafür sorgen, dass die Firmen noch ausreichend Kapital für Investitionen in die Netz-Infrastruktur haben und so tatsächlich ein flächendeckendes Netz aufgebaut wird. Die Regierung will den Netzausbau zudem durch eine weitere Maßnahme unterstützen: Die rund 200.000 Ampelanlagen im Land sollen als Standort für 5G-Basisstationen zur Verfügung gestellt werden. Die anfallenden Kosten sollen grundsätzlich zwischen dem Mobilfunkbetreiber und der örtlichen Stadtverwaltung geteilt werden. Details dazu sind aber noch nicht ausgearbeitet worden.


Für 5G werden zahlreiche neue Stationen benötigt

Grundsätzlich bringt der Ansatz aber einige Vorteile mit sich. So wurden Mobilfunkstationen bisher vor allem auf Dächern von Gebäuden errichtet. Hier sind die meisten zur Verfügung stehenden Flächen allerdings bereits in Nutzung. Weil der neue Mobilfunkstandard aber über kürzere Distanzen versendet wird, werden sehr viele neue Basisstationen benötigt. Die Ampeln bieten sich zum einen an, weil dort bereits eine Stromversorgung existiert. Zum anderen hat Japan den Vorteil, dass dort schon ein sehr dichtes Netz an Ampelanlagen vorhanden ist. Bis zum Frühjahr 2021 soll nun getestet werden, ob sich die Idee tatsächlich sinnvoll realisieren lässt. Ist dies der Fall wird der Aufbau eines entsprechenden Netzes bis Anfang des Jahres 2024 angestrebt.


Im Notfall sollen lokale Netze genutzt werden können

Geplant ist zudem, dass die Kommunen als Gegenleistung für die Bereitstellung der Infrastruktur und die Übernahme eines Teils der Kosten, ein gewisses Zugriffsrecht auf das Mobilfunknetz erhalten. So sollen sogenannte Trusted Mesh Networks installiert werden, die im Notfall lokal weiter funktionieren, auch wenn die Verbindung zum Hauptnetz – etwa wegen einer Naturkatastrophe – unterbrochen wurde. Auch für Projekte im Bereich der autonomen Autos sollen die Kommunen die 5G-Basisstationen nutzen können. Für die Netzbetreiber hat der Ansatz hingegen den Vorteil, dass sich der Aufbau neuer Stationen so vergleichsweise schnell und preiswert umsetzen lässt. Wirklich billig wird der Aufbau des neuen Mobilfunkstandards aber auch so nicht: Die vier Anbieter wollen in den nächsten fünf Jahren rund fünfzehn Milliarden Dollar investieren.

Via: Nikkei

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

2 Kommentare

  1. Konstantin

    11. Juni 2019 at 08:57

    Offtopic.
    Ampeln in Japan sind bei „grün“ „blau“ XD Klugscheiss

  2. Olaf Barheine

    11. Juni 2019 at 15:28

    Kostenlose Lizenzen – in Deutschland undenkbar. Hierzulande kennt die Gier der Politik mal wieder keine Grenzen. Die Zeche zahlen die Nutzer in Form hoher Gebühren und einer schlechten Netzabdeckung. UMTS lässt grüßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.