Ausgerechnet auf einer Konferenz über nachhaltige Energie haben mehrere Staaten eine neue Allianz geschlossen, die für eine Renaissance der Atomkraft werben soll. Darunter befinden sich mit den USA, Japan und Großbritannien auch einige politische Schwergewichte. Diese propagieren die Atomkraft als Teil eines zukunftsfähigen Energiesystems und Beitrag zum Klimaschutz. Gleich bei mehreren Ländern ist die Teilnahme an der Initiative allerdings durchaus überraschend. So haben sich die Vereinigten Staaten unter US-Präsident Donald Trump zuletzt nicht gerade als Kämpfer gegen den Klimawandel einen Namen gemacht. Offensichtlich soll dieser Deckmantel nun aber genutzt werden, um die Produkte der einheimischen Atomindustrie zu vermarkten. Japan wiederum hat noch immer mit den Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima zu kämpfen – will der Technologie aber dennoch nicht abschwören.


Foto: Michielverbeek [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Zwei große Probleme sind weiterhin ungelöst

Tatsächlich ist es grundsätzlich korrekt, dass bei der Produktion von Atomstrom so gut wie keine Klimagase entstehen. Dafür gibt es aber zwei grundlegende Problematiken, die noch immer ungelöst sind: So existiert bis heute kein Endlager für hoch radioaktive Materialien. Die nicht mehr nutzbaren Brennstäbe werden daher aktuell in Zwischenlagern aufbewahrt. Außerdem besteht auch weiterhin die Gefahr von Atomkatastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima. Die neue Allianz betont hingegen die Vorteile der Technologie: So könnten die Kraftwerke beispielsweise dort eingesetzt werden, wo besonders viel Strom benötigt wird – etwa bei Entsalzungsanlagen. Dazu sollen kleine Atomkraftwerke in modularer Bauweise konstruiert werden, die sich vergleichsweise schnell errichten lassen und vielfältig einsetzbar sind.

Solarstrom ist oftmals bereits günstiger als Atomstrom

Diese Idee existiert allerdings auch schon seit einiger Zeit. Tatsächlich lohnt sich die Produktion aber erst bei großen Stückzahlen – und es ist völlig unklar, ob diese erreicht werden. Großbritannien setzt deswegen aktuell auf ein Großprojekt: Das neue Atomkraftwerk Hinkley Point C. Dazu wurde dem französischen Betreiber EdF ein fester Abnahmepreis garantiert. Dieser liegt bei elf Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Solarstrom kann in Deutschland bereits heute für weniger als fünf Cent pro Kilowattstunde produziert werden. Allerdings müssen für eine faire Kalkulation noch die Kosten für die Speicherung des Solarstroms mit einkalkuliert werden. Dennoch sind sich die meisten Experten einig: Auf lange Sicht lohnt sich der Bau neuer Atomkraftwerke aus rein wirtschaftlicher Sicht nicht.

Via: Klimareporter


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