Die Internationale Walfangkommission (IWC) wurde einst gegründet, um konkrete Fangquoten festzulegen. Vor inzwischen 32 Jahren beschlossen die Mitglieder dann allerdings: Die Bestände der Wale sind so gefährdet, dass gar keine kommerzielle Jagd mehr erlaubt ist. Dieses Walfang-Moratorium ist bis heute gültig – sollte nun aber auf Antrag Japans aufgehoben werden. Die Begründung der japanischen Regierung: Inzwischen hätten sich die Bestände soweit erholt, dass ein kontrollierter Walfang wieder möglich sei. Tierschützer allerdings schlugen Alarm und verwiesen auf die zahlreichen vom Menschen verursachten Gefahren, denen die riesigen Meeressäuger schon heute ausgesetzt sind. Letztlich scheiterte der Antrag dann auch: 41 Staaten stimmten dagegen, lediglich 27 dafür. Damit bleibt der kommerzielle Walfang auch weiterhin weltweit verboten.


„Whale Watching“ statt Walfang ist das neue Motto

Zusätzlich beschlossen die Staaten zudem die sogenannte „Florianópolis-Deklaration“. Diese beinhaltet eine dauerhafte Absage an den kommerziellen Walfang. Stattdessen soll das sogenannte „Whale Watching“ für Touristen die einzige legale Möglichkeit sein, mit den Walbeständen Geld zu verdienen. Damit ist auch klar: Auch der Handel mit Walprodukten bleibt weiterhin verboten. Tierschützer hatten hier eine Art gefährliche Kettenreaktion befürchtet: Wenn erst einmal das Fang-Moratorium aufgehoben würde, wäre wohl auch das Handelsverbot nicht mehr zu halten gewesen – was für eine zusätzliche Nachfrage gesorgt hätte. Diese gefährliche Entwicklung konnte nun gleich zu Beginn gestoppt werden. Auch die in der Kommission vertretene Europäische Union hat sich klar für ein dauerhaftes Ende des kommerziellen Walfangs ausgesprochen und entsprechend abgestimmt.


Island und Norwegen jagen auch weiterhin Wale

Wie so oft in der internationalen Politik gilt allerdings auch hier: Keine Regel ohne Ausnahme. Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken ist nämlich weiterhin erlaubt. Japanische Fischer nutzen dieses Schlupfloch und töten jährlich rund 600 Tiere. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Großteil des Fleisches – das in Japan als Delikatesse gilt – später in einheimischen Restaurants landet. Wissenschaftliche Fortschritte konnten hingegen so gut wie gar nicht erzielt werden. Norwegen und Island erkennen zudem das Moratorium überhaupt nicht an und betreiben auch offiziell weiterhin kommerziellen Walfang. Der kleine Inselstaat tötet so rund 200 Tiere pro Jahr, Norwegen kommt auf 600 bis 700. Die Aufgabe der Walschützer weltweit dürfte in Zukunft vor allem darin bestehen, diese beiden Länder von einem Ende des Walfangs zu überzeugen.

Via: DW

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