Kommentar. Insekten haben heutzutage wirklich einen schweren Stand. Auf kurzgeschnittenen Rasenflächen, gespritzten Äckern und gepflegten Steinbeeten finden sie weder Unterschlupf noch Nahrung. Hinzu kommen die vielen fremdländischen Pflanzen, die den Tieren keine Hilfe sind. Doch wenn möglichst viele Menschen ihren eigenen kleinen Beitrag leisten, dass Wildbienen und Co. wieder Lebensraum finden, können wir gemeinsam diesen Trend stoppen – und hoffentlich auch das Aussterben der gefährdeten Arten verhindern.


Von Ivar LeidusEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Aus vielen kleinen Lebensräumen einen großen schaffen

Vielleicht bist du ein kleiner oder sogar etwas größerer Hobbygärtner – oder du besitzt zumindest einen Balkon oder eine Terrasse: Dann bist du am Zug, der Natur einen wichtigen Dienst zu erweisen! Und glaube bloß nicht, dass diese Kleinigkeit verpufft, denn es geht auch darum, andere Menschen zu inspirieren und aus vielen kleinen Lebensräumen einen großen zu schaffen. So geht’s:

Auf Chemie und gefüllte Blüten verzichten

Vermeide es, Chemie in deinem Garten oder auf dem Balkon einzusetzen. Es gibt viele natürliche Alternativen, zum Beispiel selbst hergestellten Brennnessel-Sud. Heimische Pflanzen können die Schädlinge und Krankheiten unserer Region zudem besser abwehren als ihre importierten Geschwister, dann sind auch weniger Rettungsmaßnahmen deinerseits nötig. Mache dir die Mühe, immer vor dem Einkauf nachzusehen, ob es sich um eine einheimische Pflanze handelt, denn dann passt sie viel besser zu den hier lebenden Insekten. Übrigens: Gefüllte Blüten sind auf Schönheit und Pracht gezüchtet – und leider nur in seltenen Fällen zugänglich für die kleinen Krabbel- und Flugtiere. Verzichte besser darauf.


Küchenkräuter sind für dich und für die Insekten gut

Ganz normale Küchenkräuter aus alten Zeiten sind sowohl für die Insekten als auch für deine Küche gut. Baue Oregano, Thymian und Salbei im Freien an, lass die Pflanzen ordentlich wuchern und blühen – und bediene dich selbst für deine eigene gesunde Ernährung. Auch Gehölze solltest du immer zuerst auf Insektenfreundlichkeit prüfen und dann aus der nächsten Baumschule besorgen. Unserer Umwelt kommen beispielsweise der Weißdorn und die Kornelkirsche zugute, sie halten leckeren Nektar parat.

Schaffe einfache Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten

Nisthilfen für Insekten finden aktuell immer mehr Verbreitung, werde auch du in dieser Hinsicht aktiv. Du musst dafür nur Schilfrohre, Bambus- oder Holunderstängel bündeln, die von innen hohl sind. Dort schlüpfen viele Sechsbeiner gern herein und überwintern sogar in den engen Rohren. Räume deinen Garten besser nicht allzu ordentlich auf, sondern lass Totholzhaufen liegen, damit Insekten dort einziehen können. Lasse deinen Rasen auch mal zwischendurch wachsen und erfreue dich an den Gänseblümchen, dem Klee und dem Löwenzahn. Hörst du, wie es plötzlich summt und brummt?

Was ist wirkliche Schönheit?

Werde dir darüber klar, was wirkliche Schönheit ist: Ordnung und gepflegte Sauberkeit – oder sprießende Wildnis? Natürlich musst du deinen Garten nicht völlig dem Chaos überlassen, aber ein paar Brennnesseln und etwas Beiwuchs sind beileibe kein Beinbruch. Kies und Rindenmulch muss nicht jedes Wildkraut ersticken, versuche, relaxed zu sein. Eine Hand voll Wildblumensamen hat in dieser Hinsicht schon viel Gutes getan. Probiere es einfach mal aus!

Quelle: utopia.de

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.