In den letzten Jahren setzte sich immer mehr die E-Zigarette als Alternative zur klassischen Zigarette durch. Ein großer Vorteil für die Händler: Das deutsche Jugendschutzgesetz (JuSchG) regelt lediglich die Abgabe von Tabakwaren an Jugendliche, von E-Zigaretten oder E-Shishas ist jedoch nicht die Rede. Das soll sich nun ändern. Das Bundeskabinett hat kürzlich einen Gesetzesentwurf beschlossen, der das Abgabe- und Konsumverbot von Tabakwaren auch auf elektronische Zigaretten und elektronische Shishas ausgedehnt werden sollen.


E-Zigarette
Foto: E-Cigarette/Electronic Cigarette/E-Cigs/E-Liquid/Vaping/Cloud Chasing, Vaping360, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gesetzesentwurf zum Schutz der Jugend

E-Zigaretten und E-Shishas gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen. Wir wollen verhindern, dass eine neue Kultur des Rauchens unter Kindern und Jugendlichen um sich greift”, so Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Der Gesetzesentwurf dient dazu, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass auch elektronische Dampfmittel gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten können und ihr Konsum keineswegs so harmlos ist, wie oft suggeriert wird.

In E-Zigarette und E-Shishas werden sogenannte Liquids unterschiedlichster Geschmacksrichtungen verdampft, der dabei entstehende Nebel wird dann inhaliert. Bereits seit längerem warnen Forscher vor dem gesundheitsgefährdenden Potential solcher Liquids.


Aus Sicht des Familienministeriums besteht unter anderem die Gefahr, dass selbst nikotinfreie E-Zigaretten als Einstieg für nikotinhaltige Liquids oder herkömmliche Zigaretten dienen können. Des Weiteren verwies das Ministerium auf eine Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, nach der jeder fünfte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren schon einmal eine E-Shisha und jeder siebte eine E-Zigarette probiert habe. 11,3 Prozent der 2- bis 17-Jährigen konsumiere eines der beiden Produkte, ohne jemals eine normale Zigarette geraucht zu haben.

Verbot für Jugendliche ergibt Sinn

Über die gesundheitlichen Folgen von E-Zigaretten wird bereits seit längerem gestritten. Fest steht allerdings, dass es definitiv gesünder ist, keine E-Zigaretten zu rauchen. Dies zu bestreiten fällt selbst eingefleischten Fans der elektronischen Dampfer schwer. Vor diesem Hintergrund ist der Entwurf des Bundeskabinetts durchaus zu begrüßen, auch wenn viel dafür spricht, dass die Bundesregierung sich bei dem Entwurf an den pessimistischeren Einschätzungen bezüglich der E-Zigaretten orientiert hat. Dennoch ist es sinnvoll, im Lichte des Jugendschutzes ein Mindestalter festzulegen.

Der Entwurf muss noch das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen, wobei jedoch keine Schwierigkeiten erwartet werden.

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