Reisen mit der Eisenbahn ist natürlich kein besonders neues Konzept. Dennoch erlebt die Fahrt auf der Schiene zurzeit eine erstaunliche Renaissance. So verkehrt beispielsweise zwischen China und Spanien regelmäßig ein Güterzug – und lässt so die historische Seidenstraße wieder aufleben. Auch noch leicht futuristisch anmutende Konzepte wie der Hyperloop sind eindeutig von der klassischen Eisenbahn inspiriert. Ganz so weit ist man in Kambodscha noch nicht. Aber auch dort feiert die Eisenbahn aktuell ein bescheidenes Comeback. Erstmals seit Jahrzehnten verkehrte zuletzt wieder eine Eisenbahnlinie zur Personenbeförderung – und zwar von der Hauptstadt Phnom Penh ins rund 270 Kilometer entfernte Sihanoukville.


Einer der Fahrkartenschalter in der kambodschanischen Hauptstadt. Foto: Sundgauvien38 Creative Commons 3.0 Via Wikimedia Commons
Einer der Fahrkartenschalter in der kambodschanischen Hauptstadt. Foto: Sundgauvien38 Creative Commons 3.0 Via Wikimedia Commons

Das Eisenbahnnetz ist marode und daher weitgehend ungenutzt

Kambodscha besitzt dabei theoretisch ein rund 600 Kilometer langes Eisenbahnnetz, das die wichtigsten Städte des Landes miteinander verbindet. Dieses wurde im Bürgerkrieg allerdings teilweise beschädigt und anschließend durch mangelnde Wartung weiter in Mitleidenschaft gezogen. Für mehr als ein Jahrzehnt fuhren daher nur einige Frachtzüge auf den Schienen. Reisende mussten stattdessen vor allem auf Busse ausweichen. Diese sind aber nicht nur berühmt-berüchtigt für ihre an Bord gespielten Karaoke-Songs, sondern auch nicht besonders sicher und umweltfreundlich. In größeren Städten tragen sie zudem zur Verstopfung der Straßen bei. Traditionell konnten viele Strecken zudem mit dem Schiff zurückgelegt werden, doch die meisten Linuen konnten preislich nicht mit den Bussen mithalten und haben daher den Betrieb eingestellt.

Der Testbetrieb erwies sich als Erfolg

Rund um das kambodschanische Neujahrsfest wurde daher nun getestet, ob die Eisenbahn als Alternative zu den Bussen dienen kann. Die Strecke war dabei bewusst gewählt: Sie verbindet die größte Stadt des Landes mit einem der beliebtesten Badeorte. Tatsächlich waren die Züge dabei stets bestens ausgelastet und wurden von der Bevölkerung als Alternative zur Busreise genutzt. Die staatliche Eisenbahngesellschaft denkt daher nun darüber nach, diese und weitere Strecken wieder dauerhaft in Betrieb zu nehmen. Durchaus möglich also, dass die Eisenbahn in Kambodscha schon bald ein umweltfreundliches Transportmittel der Zukunft ist.


Via: Digitaljournal

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