Roger Milla ist eine afrikanische Fußball-Legende. Bei der Weltmeisterschaft 1990 besiegte er mit Kamerun nicht nur den amtierenden Weltmeister auf Argentinien, sondern stürmte bis ins Viertelfinale. Bis heute ist Milla dabei der älteste Torschütze bei einer WM aller Zeiten. Inzwischen ist der ehemalige Weltklassestürmer 63 Jahre alt und hat sich in seiner Heimat eines besonderen Projekt angenommen: Er will den Plastikmüll im Land verringern, indem er daraus einen wertvollen Rohstoff für die Bauindustrie macht. Dabei dient das Plastik als Zement-Ersatz und wird bei Hitze mit Sand vermischt. Als Endprodukt entstehen dann Bausteine, die beispielsweise zum Pflastern einer Straße genutzt werden können.


Plastikmüll soll zu einem Rohstoff werden und Arbeitsplätze schaffen

Auch die Zentrale des Handballverbands von Kamerun wurde bereits mit dem recycelten Plastikmaterial gebaut. Plastikmüll ist in Kamerun dabei ein großes Problem, weil insbesondere Tüten routinemäßig auf die Straße geworfen werden. Diese blockieren dann Abflüsse, verschmutzen die Umwelt und sind eine Gefahr für die Tierwelt. Offiziell sind Plastikverpackungen daher in Kamerun auch bereits komplett verboten. Doch ein Blick auf die Straßen des Landes zeigt, dass diese Verbot noch keine Wirkung erzielt hat. Milla setzt mit seinem Projekt daher auf einen anderen Ansatz: Er möchte aus dem Müll einen wertvollen Rohstoff machen. Der ehemalige Stürmer verfolgt dabei ein doppeltes Ziel: „Wir haben das Projekt gestartet, um die Umweltverschmutzung zu verringern und Arbeitsplätze für unbeschäftigte Jugendliche zu schaffen“, so Milla.


Die Recyclingsteine könnten die Kosten im Straßenbau senken

Tatsächlich wurden bereits 25 junge Arbeitslose ausgewählt, die nun ausgebildet werden. Später einmal sollen sie dann nicht nur die Anlage zur Produktion des Baumaterials betreiben, sondern auch selbst weitere Arbeitskräfte ausbilden. Das nationale Institut zur Prüfung von Baumaterialien, Labogenie, scheint von dem Projekt ebenfalls angetan: „Die Idee Plastikmüll zu recyceln ist wunderbar und diese Initiative würde uns helfen einiges an Müll loszuwerden“, so Paul Mallo Nkongo, Chefanalyst des Instituts. Finanziell lohnt sich das Recycling ebenfalls. Ein Pflasterstein aus altem Plastik kostet 3.500 kamerunische Franc – verglichen mit 5.000 Franc für die bisher genutzte Variante.

Via: Phys.org

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