Es gibt verschiedene Ansätze einen Tumor erfolgreich zu behandeln – angefangen bei der Chemotherapie bis hin zu einer Operation. Eine vergleichsweise neue Idee ist dabei, die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers zu nutzen und gezielt gegen die Tumorzellen einzusetzen. Bisher sind die Krebszellen allerdings in der Lage sich erfolgreich zu tarnen und werden daher oftmals von der Immunabwehr nicht als solche erkannt. Durch den Einsatz bestimmter Antikörper kann diese Tarnung allerdings aufgehoben werden und das Immunsystem verrichtet seine Arbeit. Die entscheidende Frage dabei ist allerdings: Wie bekommt man die Antikörper an den gewünschten Einsatzort, ohne dass sie ungewollte Nebenwirkungen – etwa eine Überreaktion des Immunsystems – hervorrufen.


Quelle: NC State University
Quelle: NC State University

Bei Mäusen konnte das Melanom auf diese Weise zerstört werden

Forscher der University of North Carolina und der North Carolina State University haben daher nun ein spezielles Gerät entwickelt, das auf sogenannten Mikronadeln beruht. Diese sind mit den entsprechenden Antikörpern gefüllt und werden bei Hautkrebspatienten von außen in den Tumor gestochen. Dort kommen sie dann mit Blut in Kontakt und lösen sich dadurch nach und nach auf – was für eine konstante Abgabe der Antikörper an der gewünschten Stelle sorgt. Bei Mäusen mit Melanom erwies sich die Technik dabei als vielversprechend: „Nach vierzig Tagen hatten vierzig Prozent der Mäuse, bei denen das Mikronadel-Verfahren zum Einsatz kam, überlebt und wiesen keine Anzeichen eines Melanoms mehr auf – verglichen mit einer Überlebensrate von null Prozent in der Kontrollgruppe“, erklärt Yanqi Ye, einer der Co-Autoren der Studie.

Die Abgabetechnik ermöglicht den Einsatz vergleichsweise geringer Dosen

Auch sein Kollege Zhen Gu zeigt sich begeistert vom Potential der neuen Behandlungsmethode: „Aufgrund der nachhaltigen und lokalen Abgabe durch die Mikronadeln sind wir in der Lage, wünschenswerte therapeutische Effekte mit einer vergleichsweise geringen Dosis zu erreichen, was die Gefahr von Autoimmun-Komplikationen verringert“, erklärt der Forscher. Er und seine Kollegen sind daher aktuell auf der Suche nach Finanzierungsquellen für weitere Studien, um die Technik weiter zu entwickeln und so letztlich auch den Einsatz beim Menschen zu ermöglichen.


Via: NC State University

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.