Theoretisch ist der Handel mit Elfenbein bereits seit dem Jahr 1999 international untersagt. Doch für einzelne Staaten gibt es Ausnahmeregelungen, was in der Praxis für erhebliche Probleme sorgt: Denn für den Käufer ist legal gehandeltes Elfenbein von illegalem nicht zu unterscheiden. Wilderern gelingt es so immer wieder ihre Ware trotz des eigentlich existierenden Verbots los zu werden. Tierschützer fordern daher seit längerem, den legalen Handel komplett einzustellen. Singapur hat nun eine erste Aktion unternommen, die in diese Richtung geht. In dem südasiatischen Stadtstaat wurden acht Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein zunächst maschinell zerkleinert und dann in einer Anlage für Bioabfälle verbrannt. Theoretisch hätte das verbrannte Elfenbein dabei einen Wert von knapp zehn Millionen Dollar gehabt.


By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Das Elfenbein soll dauerhaft vom Markt genommen werden

„Die öffentliche Zerstörung des Elfenbeins sendet eine klare Nachricht, dass Singapur den illegalen Handel mit Wildtier-Produkten ablehnt. Indem wir das Elfenbein zermalmen, stellen wir sicher, dass es unter keinen Umständen auf den Markt zurückkommt“, erläutert der in Singapur zuständige Minister, Desmond Lee, das Vorgehen der Regierung. Der letzte Punkt ist dabei von entscheidender Bedeutung. Denn in der Vergangenheit wurde beschlagnahmtes Elfenbein oftmals an die Herkunftsstaaten zurückgegeben – und tauchte dann oftmals doch wieder auf dem Markt auf. Dies soll sich zukünftig ändern, indem beschlagnahmte Elefanten-Stoßzähne vor Ort zerstört werden.

Wilderer sollen verstärkt unter Druck gesetzt werden

Der Generalsekretär des Washingtoner Artenschutzabkommens, John Scanlon, unterstützt dabei das Vorgehen der singapurischen Regierung – fordert aber auch weitere Maßnahmen ein. „Die Zerstörung von konfisziertem Elfenbein wird nicht alleine für ein Ende des illegalen Handels sorgen. Dennoch sendet es, kombiniert mit verstärkter Verfolgung und Maßnahmen zur Reduzierung der Nachfrage, eine starke Message, dass Singapur den illegalen Handel nicht toleriert und nicht tolerien wird. Illegale Händler sehen sich nun signifikanten Risiken entlang der gesamten Lieferkette gegenüber – an der Quelle und in den Durchgangs- und Zielländern.“ Maßnahmen zum Schutz gegen Wilderer sind dabei dringend notwendig: Alleine in Afrika werden aktuell jährlich 38.000 Elefanten illegal getötet, um die Stoßzähne zu vermarkten.


Via: Business Standard

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1 Kommentar

  1. Jan

    14. Juni 2016 at 09:20

    Erster Gedanke: Verknappung des Angebotes von Elfenbein (durch Zerstörung) führt zu höheren Preisen auf dem Markt und damit verstärkt es den Anreiz von Wilderern an Elfenbein zu kommen.

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