Wasser ist eine elementare Grundlage für Leben auf der Erde. Und damit ein wertvoller Rohstoff. Und wie wir von Öl wissen: Um Rohstoffe werden Kriege geführt. Bis wir um Wasser statt um das schwarze Gold kämpfen, dürfte es gar nicht mehr so lange dauern. Eine Studie von Forschern des Joint Research Center der EU-Kommission hat analysiert, wo das Risiko von Konflikten um das Gut Wasser am höchsten ist. Besonders gefährdet sind demnach die Länder um den Nil und im Gangesdelta. Auch die Staaten entlang des Euphrats und Tigris sowie entlang des Colorado sind gefährdet.


Kämpfe um Wasser

Konflikte rund im Wasser gab es bereits. Ein entsprechendes Beispiel ist der Konflikt zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten, der durch Uneinigkeit über die Nutzung des Jordanwassers verstärkt wird. Durch den Klimawandel wird das globale Konfliktpotential bezüglich Wasser noch deutlich stärker werden. Forscher rund um Fabio Farinosi vom Joint Research Center der EU-Kommission haben ermittelt, welche Regionen der Welt besonders gefährdet sind.


Dafür nutzten sie Modellrechnungen und berücksichtigten dabei Faktoren wie die Wasserverfügbarkeit, klimatische Entwicklungen in den einzelnen Regionen sowie sozioökonomische Bedingungen. Außerdem flossen vergangene Konflikte um Wasser in die Berechnung mit ein.

Wir wollten mit unseren Analysen erstens herausfinden, welche Faktoren Wasserkonflikte zwischen Staaten fördern können und zweitens eine Karte erstellen, die die Wahrscheinlichkeit für solche hydropolitischen Interaktionen zeigt„, so Farinosi.

Globales Konfliktpotential

Die Ergebnisse überraschten wenig: Vor allem Gegenden mit knappen Wasserreserven, politische Machtungleichgewichte, eine hohe Bevölkerungsdichte sowie klimatische Stressoren sind gefährdet. Die Erderwärmung in Kombination mit wachsenden Bevölkerungen werden die Wasserknappheit in Zukunft noch verstärken, was zu Konkurrenzkämpfen um die Ressource Wasser führen wird. Bis 2050, so sagen die Forscher voraus, wird die Wahrscheinlichkeit von Auseinandersetzungen im Einzugsgebiet grenzüberschreitender Flüsse um etwa 75 Prozent steigen – bei moderatem Klimawandel. Bei stärkerem Klimawandel ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend höher.

Besonders gefährdet ist dabei das Einzugsgebiet des Nils sowie die Gegend im Delta des Ganges sowie um den Indus herum. Asiatische Länder wiederum benötigen viel Wasser für die Landwirtschaft. Auch Länder am Euphrat und Tigris sowie der Colorado River, der durch die USA und Mexico fließt, sind potentielle Hotspots für Wasserkonflikte.

Das bedeutet nicht, dass es in jedem Fall tatsächlich zu einem Konflikt kommen wird. Entscheidend ist unter anderem, wie gut die betroffenen Länder vorbereitet und bereit für Kooperationen sind. Genau hier könnten unsere Forschungsergebnisse helfen – indem sie auf die Risiken aufmerksam machen, sodass frühzeitig über mögliche Lösungen nachgedacht werden und zur Zusammenarbeit ermuntert werden kann„, erläutert Farinosi.

via EU Science Hub

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1 Kommentar

  1. BrokkoliOMG

    19. Oktober 2018 at 09:05

    Ecosia oder so sollten vielleicht auch in solchen Gebieten Bäume pflanzen, um die Wassersicherheit auf lange Sicht zu sichern und so Konflikte zu vermeiden…🤔😉

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