Eine krumme Möhre schmeckt genauso wie eine gerade gewachsene. Theoretisch dürfte dies auch den meisten Supermarktkunden bekannt sein. Tatsächlich bleibt merkwürdig aussehendes Obst und Gemüse allerdings zumeist liegen. Die Lebensmittelhändler reagieren auf dieses Kaufverhalten normalerweise, indem sie nur noch Obst und Gemüse mit herkömmlichem Wuchs aufkaufen. Alle anderen Teile werden zuvor aussortiert und bestenfalls zu Fertigprodukten weiterverarbeitet – teilweise landen sie aber auch auf dem Müll. Die kanadische Supermarktkette „Lowblaw Companies Ltd.“ möchte dieses Dilemma nun lösen und verkauft explizit hässliches Obst und Gemüse. Der Kunde tut dabei nicht nur etwas gegen Lebensmittelverschwendung, sondern zahlt auch rund 30 Prozent weniger.


Karotte hässlich
Hässliche Karotte via Toronto Star

Kartoffeln und Äpfel im Angebot

„Wir fokussieren uns oftmals zu sehr auf das Aussehen von Produkten, anstatt auf den Geschmack. Wenn ein Apfel einmal geschnitten oder geschält ist, kannt niemand mehr sagen, ob er einmal einen Schönheitsfehler hatte oder unförmig war“, erklärt der Vizepräsident der Kette, Ian Gordon, die Beweggründe des Unternehmens. Vermarktet wird das aus der optischen Reihe fallende Obst und Gemüse dabei unter dem Label „No Name Naturally Imperfect“. Bisher sind dabei nur Kartoffeln und Äpfel im Angebot, bald sollen aber weitere Obst und Gemüsearten folgen. Ziel des Unternehmens ist es dabei, die enorme Menge an verschwendeten Lebensmitteln in Kanada zu reduzieren. Schätzungen zufolge wird dort jährlich Essen im Wert von 31 Milliarden Dollar vernichtet.

Französische Kette war bereits erfolgreich In der Vergangenheit haben sich solche und ähnliche Aktionen allerdings für die Supermärkte durchaus auch finanziell gelohnt. So führte die französische Kette „Intermarché“ im vergangenen Jahr ein Label namens „Inglorious Fruits and Vegetables“ ein. Darunter wurde ebenfalls Obst und Gemüse vermarktet, was ansonsten nicht den optischen Ansprüchen der Einkäufer entsprochen hätte. Der Erfolg dieser Kampagne erwies sich als beeindruckend: Der Kundenstrom in den „Intermarché“-Märkten nahm um rund ein Viertel zu.


Quelle: Treehugger

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