Die Kassenbonpflicht, die ab dem 1. Januar 2020 gilt, schlägt derzeit hohe Wellen. Eine enorme Papierflut bricht über die Einzelhändler herein, für jedes Brötchen, jeden verkauften Stift muss ein Kassenzettel her – auch, wenn der Kunde gar nicht danach fragt. Der Staat möchte mit diesem Gesetz schwarze Einnahmen verhindern, doch der Umwelt kommt dies nicht gerade zugute. Ein bayerischer Bäcker nimmt die Herausforderung nun auf süße Weise an.


Symbolbild

Krapfen mit pinkfarbener Glasur für die Faschingszeit

Der Bäcker hat sein Geschäft in Moosinning, einer 5.000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Erding. Dort herrscht gerade Faschingszeit, entsprechen bunt und fantasievoll sieht das Gebäck in den Auslagen aus. Ein spezieller Krapfen fällt dabei besonders auf: Er brüstet sich mit einer grell-pinken Glasur und einem »aufgedruckten« Kassenbon aus Fondant. Fondant besteht aus einer Zuckermasse und ist essbar, geschmacklich gleicht sich die Substanz dem Krapfen perfekt an. Etwa 500 Kunden besuchen täglich die Bäckerei Ways, sie erfreuen sich nun an dem gelungenen Faschingscoup und müssen keinen lästigen Zettel mehr mit nach Hause nehmen oder auf dem Weg entsorgen.

Es geht ums Prinzip und sicher auch um Werbung

Ludovic Gerboin, so heißt der findige Bäckermeister, sieht seine Aktion als einen stillen Protest gegen den Behördenwahnsinn. Sein Kassensystem speichert sämtliche Abrechnungen, doch es verfügt über keine Möglichkeit der digitalen Bon-Erstellung. Der rosarote Krapfen ist sicher eine bessere Idee als massenhaft Wegwerf-Papier zu produzieren. Er ist mit Himbeere und einer Vanille-Mascarponesahne gefüllt, die Kalorienzahl wird sicher gigantisch sein.


Alle anderen 11 Krapfensorten in der Auslage besitzen leider (noch) keinen Kassenbonaufdruck, sie verwöhnen die Kunden wahlweise mit einer Füllung aus Nougat, Vanille oder Marmelade. Das heißt also: Es ist alles andere als Schluss mit dem Ausdrucken von Bons, hier geht es nur ums Prinzip. Und wahrscheinlich auch ein bisschen um Werbung, denn schon am ersten Morgen ging der Kassenbon-Krapfen etwa 100 Mal über die Ladentheke.

Quelle: focus.de

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