Wer an große Städte in Südostasien denkt, der denkt automatisch auch an Motorroller. Und zwar an viele Motorroller. Für viele Menschen ist das motorisierte Zweirad das Mittel der Wahl, um von A nach B zu kommen. Die große Zahl an Motorrollern hat aber auch Nachteile: Zum einen verursachen die zahlreichen kleinen Motoren eine nicht unwesentliche Luftverschmutzung, und zum anderen macht das Chaos auf den Straßen diese nicht wirklich sicherer. Aus diesen Gründen hat die vietnamesische Hauptstadt Hanoi sich entschlossen, Motorroller ab 2030 zu verbieten.


Bild: ntt @Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Schluss mit dem Chaos auf den Straßen

Die Entscheidung fiel im Hanoier Stadtrat mit überwältigender Mehrheit. Ab 2030 wird in der Innenstadt von Hanoi ein striktes Motorroller-Verbot herrschen. Als Alternative für die 7,6 Millionen Einwohner will die Stadt bis dahin den öffentlichen Nahverkehr deutlich ausbauen und verbessern.

Schlecht ist diese Entscheidung mit Sicherheit nicht. Denn wer schon einmal in Vietnam war, der weiß, was für ein Chaos auf den Straßen großer Städte herrscht. Die Überquerung größerer Straßen gleicht oft einem Lauf auf heißen Kohlen und erfordert viel Mut. Noch viel mehr Mut braucht, wer selber in Hanoi oder anderen großen Städten in Südostasien einen Motorroller fahren will. Das Chaos auf den Straßen, dass dennoch mehr oder minder zu funktionieren scheint, obwohl niemand sich an die Verkehrsregeln hält, ist zugleich beängstigend und beeindruckend.


In Hanoi sind gut 5 Millionen Motorroller unterwegs, die zusammen mit Kohlekraftwerken und der lokalen Industrie für die mitunter schlechteste Luftqualität in Südostasien verantwortlich sind. Letztes Jahr beispielsweise gab es in Hanoi nur einen einzigen Tag, an dem die Luft in Hanoi die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation erfüllte, nach denen man von „guter“ Luftqualität spricht. Außerdem verursachen Zweiräder in Hanoi 70 Prozent der Unfälle auf den Straßen.

Investitionen ins Nahverkehrsnetz

Nun ist es bis 2030 noch etwas hin. Dass die Motorroller in Hanoi noch so lange Schonfrist haben, liegt daran, dass es keine gute Alternative gibt. Autos sind für viele Menschen zu teuer, und außerdem kann es nicht Sinn der Sache sein, 5 Millionen Motorroller durch Autos zu ersetzen. Deshalb will die Stadt über die nächsten 12 Jahre massiv in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs investieren und gleichzeitig langsam immer mehr Verbotszonen für Motorroller einrichten, die schließlich bis 2030 die ganze Stadt erfassen sollen.

Auch wenn das sicherlich eine gute Entscheidung ist, fällt es schwer, sich die geschäftigen Straßen Hanois ohne die zahlreichen Motorroller vorzustellen, auf denen die Einwohner alles von ihren Einkäufen bis hin zu großen Möbelstücken transportieren. Dennoch findet der Plan unter den Einwohnern Hanois offenbar massive Zustimmung.

via Vietnam News

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1 Kommentar

  1. blackcrack

    8. August 2018 at 10:10

    Hi,

    die sollen doch gleich Electromotoren reinbauen mit 220V ladestationen,
    dann kann jeder daheim laden.. (ich weis, die haben warscheinlich keine 220V
    aber damit würden sie sich gleich compatiebel machen ..
    und somit dann auch die möglichkeit schaffen auch gleich mit alternativen
    wie ökostrom arbeiten zu können.. und wann das stromnetz zusammenbricht müssen sie eben schauen daß das dann wieder passt.. und so funktioniert Evolution..
    an solch einer SEtelle könnte man gleich ansetzen..

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