Das aus der Höhle der Löwen bekannte Startup Erledigungen.de hat Insolvenz angemeldet. Dies meldet das Branchenportal Gruenderszene. Demnach hatte das Unternehmen mit hohen Fixkosten zu kämpfen, während die Umsatzzahlen unter den Erwartungen zurück blieben. Dementsprechend konnte auch kein Käufer gefunden werden, sodass das Geschäft komplett eingestellt wurde. Völlig unerwartet kommt diese Entwicklung nicht. Denn schon in der Show konnte Gründer Sebastian Simon keine wirklich guten Zahlen präsentieren. So verwies er zwar auf 1.000 Aufträge, die seine Firma innerhalb eines Jahres erfolgreich abgewickelt hatte. Dadurch waren aber lediglich Einnahmen von 50.000 Euro generiert worden. Unter dem Strich stand daher ein Verlust von 250.000 Euro. Dennoch schätzte der Gründer den Wert seiner Firma damals auf stolze zwei Millionen Euro.


Der junge Gründer bewertete sein Unternehmen mit zwei Millionen Euro. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Das Geschäftsmodell kann nur schwer skaliert werden

Zu viel für die Löwen, die auf ein Investment verzichteten – und damit offensichtlich richtig lagen. Zumal das Geschäftsmodell des Startups gleich mehrere strukturelle Probleme mit sich bringt. Zum einen ist der Service aktuell für viele Bürger zwar recht praktisch. Langfristig dürften aber auch die deutschen Behörden ihr digitales Angebot ausbauen, sodass immer weniger Behördengänge notwendig sein werden. Hinzu kommt: Die einzelnen Aufträge sind so individuell, dass sie nur schwer skaliert werden können. Durch mehr Aufträge sinken also die Kosten pro Einsatz nur marginal. Um in die Gewinnzone zu kommen, hätte daher der Preis für die Dienstleistung erhöht werden müssen – was der Markt aber offensichtlich nicht her gab.

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Zuletzt aktualisiert am 21.07.2018

Chatbots könnten die Zukunft sein

Diese Erfahrung mussten auch schon andere Unternehmen aus der Branche machen. So konnte das gehypte Startup GoButler zwar den Moderator Joko Winterscheidt als Investor und Werbegesicht gewinnen, musste inzwischen aber auch den Betrieb einstellen. Auch hier galt: Die Kosten waren schlicht nicht in den Griff zu kriegen. Vielleicht waren die Firmen aber auch schlicht zu früh dran. Denn zukünftig könnte sich das Geschäft mit persönlichen Assistenten in eine ganz neue Richtung entwickeln. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz sind etwa Chatbots heute viel besser in der Lage, auf individuelle Wünsche zu reagieren und standardisierte Angebote zu unterbreiten.


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