Angeblich, so geht immer wieder das Gerücht um, sei Krebs durch positives Denken zu besiegen. Patienten spüren deshalb oft die Last auf sich, unbedingt negative Gedanken wegzudrängen und bloß gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Das ist aber gar nicht nötig, denn auch Menschen, die nicht zu dieser Lebenskatastrophe lächeln können, haben ganz genau dieselben Heilungschancen.


Krebspatienten: Eure wahren Gefühle zählen!

 

Negative Gefühle und Stress rufen den Krebs nicht herbei!

Das Konzept des positiven Denkens ist in vielen Krebsratgebern verankert – und es hat tiefgreifende Auswirkungen auf die betroffenen Menschen. Viele Patienten möchten gar nicht mehr über ihre negativen Gefühle reden, setzen eine Art lächelnde Maske auf und leiden tief in ihrem Inneren Qualen. Eine wichtige Folge davon ist, dass wichtige soziale Beziehungen nicht mehr authentisch gelebt werden und der Druck dadurch nur noch weiter steigt. Aus diesem Teufelskreis gilt es, so schnell wie möglich auszusteigen! Wer Krebs hat, der darf auch weinen und verzweifelt sein, das wirkt sich nicht auf den Tumor aus. Der Psychoonkologe Imad Maatouk arbeitet an der Universitätsklinik Heidelberg und er betont, dass Krebs nicht durch Stress oder bestimmte Persönlichkeitsmerkmale ausgelöst wird. Auch hindert eine positive Lebenseinstellung den Tumor nicht daran zurückzukommen – ebenso wenig wie durch negative Gefühle die Krankheit förmlich wieder herbeigerufen wird.


Tumore lassen sich nicht locker weglächeln

Die wichtigsten Krebsfaktoren liegen im genetischen Bereich und bei bestimmten risikobehafteten Verhaltensweisen, wie zum Beispiel dem Rauchen, so der Experte. Manchmal handelt es sich allerdings auch einfach nur um puren Zufall. Krebs lässt sich also nicht locker weglächeln, es lohnt sich für Patienten deshalb, vor allem authentisch zu bleiben, nicht irgendwelche aufgezwungenen Psychostrategien zu verfolgen. Mindest 30 % der Krebserkrankten bekommen psychische Probleme, die eine professionelle Hilfe erfordern. Manchmal reicht das Erlernen von Entspannungstechniken oder eine Kunsttherapie, andere müssen sich jedoch in eine Psychotherapie begeben. Wenn die Gefühle dadurch besser mitspielen, wirkt sich dies auf das allgemein Wohlbefinden des Patienten aus, tötet aber nicht den Krebs ab, so die bisherigen Erkenntnisse. Die zu gewinnende Lebensqualität ist aber auf jeden Fall ein absolut lohnenswertes Ziel!

Quelle: spiegel.de

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