Eine Dorfgemeinschaft in Oberbayern hatte das Warten schlichtweg satt. Halsbach wollte schnelles Internet haben, nicht nur aus privatem Bedarf heraus, sondern auch weil es beruflich erforderlich ist. Bei modernen Landwirten geht kaum noch etwas ohne Datenvernetzung, doch die Mühlen der Bürokratie mahlen einfach viel zu langsam. Da kam die rettende Initiative.


Earth Internet
Bild: frankieleon, Flickr, CC BY-SA 2.0

Schnelles Internet sollte unbezahlbare 4,6 Mio. kosten

Der Halsbacher Elektroingenieur Gottfried Schneiderbauer suchte zusammen mit Bürgermeister Martin Poschner nach einer Lösung, wie die Glasfaserleitung in den kleinen bayerischen Ort kommen kann – ohne dass es für die Einwohner ein Vermögen kostet. 45 Kilometer Kabel hätten es eigentlich sein sollen, die durch öffentliche Grundstücke und teilweise durch Straßen verlegt werden sollten. Die Erschwernis: Das Dorf teilt sich in 67 einzelne Weiler ein, die immer nur aus ein paar Häusern bestehen. Dazwischen ganz viel Fläche. Jeder einzelne Meter Kabel war mit 104 Euro veranschlagt. Der Preis summierte sich auf 4.680.000 Euro: viel zu teuer! Die Strecke musste unbedingt kürzer werden, die Verlegung einfacher. Ob es gelingen würde, zu diesem Zweck die Landwirte zu mobilisieren? Zuerst sah es nicht danach aus.

Die Gemeinde konnte drei Viertel der Kosten sparen

Es gab viele Einzelgespräche, teilweise zermürbend. Dann stimmten schließlich alle wichtigen Besitzer von Äckern und Grundstücken zu, weil jeder, der sich für den Deal entschied, einen kostenlosen Anschluss bis zu seinem Haus erhielt. Die Gemeinde forderte einen Spezialpflug an, der einen 1 Meter tiefen Schlitz in die Felder pflügte, insgesamt 35 Kilometer lang. So sparte Halsbach tatsächlich etwa drei Viertel der Gesamtkosten ein! 220.000 Euro musste die Gemeinde selbst aufbringen, 900.000 Euro gab der Freistaat Bayern hinzu. Nun darf sich jeder Einwohner über schnelles Internet freuen, der Breitbandausbau ist mitten auf dem Land angekommen. Und das aufgrund einer beispielhaften Graswurzelbewegung. Nun möchten andere Dörfer diesem Vorbild folgen, Burgkirchen an der Alz hat sich bereits auf die Socken gemacht.


Quelle: focus.de

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1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    20. April 2019 at 13:28

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