Landwirte können möglicherweise bald auf Antibiotika verzichten. Ein natürlich vorkommendes Peptid leistet bei Nutztieren das gleiche, wirkt eher noch besser. Das haben Forscher am Nationalen Gesundheitsinstitut der Technischen Universität von Dänemark in Lyngby herausgefunden. Antibiotika, die in der Tierhaltung eingesetzt werden, finden sich später im Fleisch der Tiere wieder, sodass sie in den menschlichen Körper gelangen. Zudem wirken die Präparate oft nicht mehr, weil die Bakterien, die bekämpft werden sollen, Resistenzen entwickelt haben.


Bild: Technical University of Denmark

Drei gefährliche Bakterien im Visier

Professor Egon Bech Hansen und sein Team haben Cap 18 als wirksam gegen Bakterien identifiziert. Das Peptid könnte Antibiotika ganz oder teilweise ersetzen. Es wirkt gegen die drei Bakterienarten Salmonella typhimurium, Y. ruckeri and A. salmonicida. Salmonellen sorgen in -europa für die meisten Erkrankungen. Die beiden anderen Mikroorganismen lösen speziell die Maul- und Klauenseuche aus, die Rinder und Schweine befällt, un Furunkel bei Regenbogenforellen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält Resistenzen gegen Antibiotika für eine schwere Bedrohung für die Gesundheit der Menschen. Sie werden durch den Einsatz bei der Tiermast noch verstärkt. Bech Hansen arbeitet seit 20 Jahren daran, Ersatz für die einst extrem wirksamen Antibiotika zu finden. „Es ist extrem wichtig, den Einsatz von Antibiotika bei Tieren zu reduzieren beziehungsweise komplett zu stoppen, ohne die Gesundheit der Tiere zu gefährden“, so der dänische Forscher.


Produktion mit gentechnischen Mitteln

Cap 18 kommt natürlicherweise vor, unter anderem in der Tränenflüssigkeit von Kaninchen. Die daraus gewinnbaren Mengen an Peptiden sind natürlich zu gering für einen Einsatz auf dem Bauernhof. Deshalb soll es gentechnisch hergestellt werden. Dazu müssen Mikroorganismen so manipuliert werden, dass sie Cap 18 produzieren. Sie werden dazu in Fermentern gezüchtet und optimal mit Nährstoffen und Wärme versorgt. Berechnungen des nationalen Nahrungsmittelinstituts haben gezeigt, dass eine Produktion dieser Art durchaus wirtschaftlich wäre.

Ehe Cap 18 eingesetzt werden kann müssen noch Untersuchungen stattfinden, ob das Peptid Nebenwirkungen hat und ob es sich im Fleisch der Tiere sammelt und möglicherweise zur Gefahr für den Menschen wird.

 

via Technical University of Denmark

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