Ob Biomilch drin ist, wenn Biomilch draufsteht lässt sich nicht überprüfen, bisher jedenfalls nicht. Forscher an der Technischen Universität Dresden haben eine raffinierte Analysemethode entwickelt, mit der sich Inhaltsstoffe finden lassen, die typisch sind für Milch, die das Biosiegel nicht verwenden darf. Wenn Milch sogenannte Glykierungsprodukte in großen Mengenenthält, also Verbindungen aus der Reaktion von Zucker mit Proteinen, weiß das Team um den Lebensmittelchemiker Professor Thomas Henle, dass es sich um konventionelle Milch handelt.


„Kühe kochen nicht“

Glykierungsprodukte entstehen ähnlich wie beim Karamelisieren von Zucker unter Hitzezuführung. Kraftfutter, das Biokühe nicht fressen dürfen, enthält derartige Produkte, die in die Milch gelangen. Dieses Futter wird, um es von Keimen zu befreien, mehr oder weniger stark erhitzt. „Kühe kochen nicht“, sagt Henle. Also müssen sie Verbotenes gefressen haben, wenn der Nachweis von Glykierungsprodukten gelingt. Biokühe dürfen nur Gras, Heu, Silage und Ähnliches zu sich nehmen, lauter Futter, das nicht erhitzt wird.


Geringe Konzentration bei Vierbeinern

Die Dresdner Forscher haben die Milch von zahlreichen Tieren und auch Muttermilch auf verdächtige Rückstände untersucht. Testobjekte waren Kühe, Büffel, Esel, Ziegen, Schafe, Stuten und Kamele, die allesamt natürlich ernährt wurden. Besonders hoch war die Konzentration in Muttermilch. Was die Lebensmittelexperten nicht wunderte. Für Henle ist das einzige „Tier“, das kocht, der Mensch. In der Milch der Vierbeiner fanden sich auch Glykierungsprodukte, aber in geringen Mengen. Daraus schlossen die Forscher, dass die Art der Ernährung eine entscheidende Rolle spielt, wenn es um Inhaltsstoffe der Milch geht. Glykierungsprodukte sind übrigens nicht gesundheitsschädlich.

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