Die Ozonschicht, die unseren Planeten umgibt, schützt diesen vor gefährlicher und schädlicher UV-Strahlung. Leider ging die Menschheit in den letzten Jahrzehnten nicht gerade pfleglich mit der Ozonschicht um. Jahrzehntelang wurde ozonschädigende Stoffe wie etwa die FCKWs freigesetzt. Das Montreal-Protokoll sah bereits 1989 ein Verbot diverser ozonschädlicher Stoffe vor. Aber auch 40 Jahre danach reißt über der Antarktis weiterhin Jahr für Jahr ein Ozonloch auf. Neuesten Erkenntnissen zufolge werden diese Ozonlöcher von einer ausdünnenden Ozonschicht über den mittleren Breiten und den Tropen begleitet.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, CC-BY 2.0

Die Ozonschicht erholt sich nicht überall

Die Ozonschicht über der Antarktis konnte sich in den letzten 20 Jahren teilweise erholen. Die Ozonschicht in der oberen Stratosphäre (oberhalb von 30 km Höhe) schien generell wieder dicker zu werden. Neue Untersuchungen zeigen nun aber, dass weiterhin Grund zur Sorge besteht. Ein Team rund um William Ball von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich untersuchte kürzlich die Ozonkonzentration im unteren Grenzbereich der Stratosphäre zwischen 15 und 24 Kilometern Höhe. Das für die Forscher überraschende Ergebnis: Trotz des Montreal-Protokolls dünnt die Ozonschicht in dieser Höhe weiter aus.

Gängige Ozonschicht-Modelle waren nicht in der Lage, diese Ergebnisse vorherzusagen. Erste Hinweise auf den alarmierenden Zustand der Ozonschicht in der unteren Stratosphäre hätte allerdings die global gemittelte Ozonsäule geben können. Diese ist nämlich seit Jahren konstant, obwohl in den obersten Schichten eine Erholung festgestellt werden konnte. Experten vermuteten daher teilweise bereits, dass die Situation in der unteren Stratosphäre nicht ganz so rosig aussehen könnte. Der Beweis gestaltete sich aber als schwierig, da sich in der Troposphäre unterhalb von 15 Kilometern Höhe Ozon sammelt, das von menschlichen Aktivitäten stammt und die Satellitenmessungen die Abnahme des Ozons in der unteren Stratosphäre maskierte.


Trotz FCKW-Verbots ausdünnende Ozonschicht

FCKW und vergleichbare Stoffe galten lange Zeit als Erklärung für die Probleme mit der Ozonschicht. Und ohne Frage belastete die Freisetzung dieser Stoffe die Schutzschicht auch maßgeblich. Allerdings sind sie seit langem verboten. Warum also dünnt die Ozonschicht weiter aus? Die Forscher sehen die Erklärung im Klimawandel, der das Muster der atmosphärischen Zirkulation verändert und die Bildung von Ozon behindert, sowie in kurzlebigen chlor- und bromhaltige Chemikalien, die teilweise als Ersatz für FCKW zum Einsatz kommen. Diese Stoffe seien zwar weniger ozonschädlich, aber eben auch nicht ozonneutral.

Was genau die Ausdünnung der Ozonschicht in der unteren Stratosphäre für das Leben auf der Erde bedeutet, lässt sich schwer abschätzen. “Der jetzt festgestellte Rückgang ist weit weniger stark als vor Inkrafttreten des Montrealer Protokolls. Dessen Wirkung ist unbestritten, wie die Trendumkehr in der oberen Stratosphäre und an den Polen belegt“, so Balls KollegeThomas Peter. Die potenziellen Schäden durch die dünnere Ozonschicht in den mittleren Breiten könnten aber größer sein als die der Ozonlöcher über den Polen, da die UV-Strahlung dort intensiver und die Bevölkerungsdichte höher ist. In jedem Fall sollten wir die Entwicklungen im Auge behalten und vielleicht auch schon jetzt weiter gegensteuern.

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