Plastiktüten folgen uns Menschen quasi auf Schritt und Tritt. Es gibt kaum noch Gegenden, wo man nicht auf die kleinen Einkaufshelfer trifft. Sogar die Tiefen der Weltmeere und entlegene Orte wie etwa die Polkappen sind nicht geschützt. Bis eine weggeworfene Plastiktüte verrottet, vergeht eine kleine Ewigkeit. Gut ist das nicht, und die Auswirkungen von Plastiktüten auf die Umwelt kann im Grunde nicht angezweifelt werden. Die Plastiktüte gehört abgeschafft – allerdings hapert es in vielen Ländern doch noch an der Umsetzung. Nicht so in Kenia. Seit acht Monaten sind Plastiktüten dort verboten. Die Folgen dieses Verbots sind deutlich spürbar.


Bis zu vier Jahre Haft für den Besitz einer Einweg-Tüte

Etwa 50 Millionen Menschen wohnen in dem Staat an der afrikanischen Ostküste. Und denen bzw. der kenianischen Regierung waren die Plastiktüten ein Dorn im Auge, und das obwohl diese in Kenia tatsächlich recht viel genutzt werden. Sogar als „Flying Toilets“ werden die Plastiktüten genutzt, um anschließend mit den Fäkalien entsorgt zu werden.


Im August führte die Regierung daher in Kenia ein strenges Plastiktütenverbot ein. Weder die Herstellung noch der Verkauf, Import oder die Verwendung der Tüten ist erlaubt. Wer mit einer Tüte erwischt wird, muss mit bis zu 32.000 Euro Strafe oder sogar einer Haftstrafe von bis zu vier Jahren Haft rechnen. Nirgendwo auf der Welt wird so massiv gegen Plastiktüten vorgegangen.

 Nicht alle sind begeistert

Vor dem Verbot gehörten Plastiktüten in Kenia zum Alltag. Etwa 100 Millionen Tüten wurden pro Jahr in Umlauf gebracht. Acht Monate nach Einführung des Verbots zieht David Ong’are, der Direktor der Regierungsbehörde für Umweltpolitik in Kenia, gegenüber dem Guardian eine sehr positive Bilanz. Es gäbe kaum noch herumfliegenden Tüten, die Straßen seien durchweg sauberer. Auch die Gewässer seien nun weitestgehend plastiktütenfrei. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen sieht das Beispiel von Kenia als Ermutigung für andere Länder, Plastiktüten und andere Einweg-Plastikgegenstände zu verbieten.

Allerdings sind nicht alle glücklich mit dem Verbot. Laut kenianischem Herstellerverband sind 80 Prozent der Mitgliedsfirmen von dem Verbot betroffen, die Maßnahme hätte inzwischen gut 100.000 Jobs gekostet. Die neuen, recyclebaren Tüten sind sechs Mal teurer als die Einweg-Varianten, und besonders kleinere Händler bleiben auf diesen Kosten sitzen. Aber auch der Herstellerverband räumt ein, dass mit dem Verbot in sechs Monaten mehr erreicht wurde als vorher in fünf Jahren.

 

via The Guardian

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