Die Vereinten Nationen haben es sich zum Ziel gesetzt, möglichst der gesamten Weltbevölkerung eine gute gesundheitliche Versorgung zu bieten. Aktuell ist man davon aber weit entfernt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine Rolle spielt aber sicher auch die Tatsache, dass es schlicht nicht genügend Mediziner auf der Welt gibt. Die Zahl lässt sich aber auch nicht einfach steigern, weil beispielsweise eine Absenkung des Ausbildungsniveaus keine Option ist. Helfen könnte zukünftig allerdings künstliche Intelligenz. So haben Experten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos einen Blick in die Zukunft gewagt. Dabei identifizierten sie drei Kernbereiche, in denen KI schon innerhalb der nächsten zehn Jahre für massive Veränderungen im Gesundheitsbereich sorgen wird.


Die Analyse von medizinischen Proben könnte ebenfalls beschleunigt werden.

Drei Teilbereiche mit großem KI-Potential:

1. Individuelle Risikoeinschätzungen
Ganz grundsätzlich werden zukünftig immer mehr Daten genutzt, um individuelle Risikoprofile zu erstellen. Auf dieser Basis lässt sich dann gezielt entscheiden, welche Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Im Idealfall führt dies dazu, dass schwere Krankheiten früher als heute erkannt werden. Außerdem soll so verhindert werden, dass die gesundheitlichen Probleme erst behandelt werden, wenn sie bereits chronisch geworden sind.

2. Individuelle Behandlungen
Über die digitale Patientenakte wird bereits seit vielen Jahren diskutiert. Inzwischen scheint das Projekt tatsächlich nahe an der Umsetzung zu sein. Für die Zukunft sehen die Experten aber noch deutlich mehr Potential. So könnte eine künstliche Intelligenz beispielsweise genutzt werden, um möglichste viele Gesundheitsdaten eines Patienten zu analysieren und daraus dann eine individuelle Behandlung zu entwickeln.


3. Mehr Zeit für die Patienten
Zusätzlich können schlaue Algorithmen den Ärzten auch zeitraubende Arbeiten abnehmen. Bei der Analyse von Bildern der Brust-Mammografie funktioniert dies beispielsweise heute schon recht gut. Auch zeitraubende Dokumentationspflichten sollen zukünftig verstärkt von einer Software übernommen werden. Die Mediziner können die dadurch gewonnene Zeit dann nutzen, um sich intensiver direkt mit den Patienten zu beschäftigen.

Die Einsatzbereiche werden auch zukünftig begrenzt bleiben

Die Experten warnen aber auch davor, die Erwartungen zu weit in die Höhe zu treiben. Denn ersetzen kann die künstliche Intelligenz den menschlichen Arzt auch zukünftig nicht. Vielmehr wird es darum gehen, die gegenseitigen Stärken auszunutzen. Algorithmen beispielsweise sind stark darin, konkrete Probleme zu erkennen und mögliche Lösungen zu identifizieren. Im Idealfall nutzt der Arzt diese Informationen dann, um sie in eine ganzheitliche Behandlung einfließen zu lassen. Auch die Kommunikation mit den Patienten – etwa über Diagnosen und mögliche Behandlungsoptionen – wird zukünftig kein Computer übernehmen. Hier ist auch weiterhin der menschliche Mediziner gefragt.

Via: Handelsblatt

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