Selbst in den Vereinigten Staaten dürfte das Agrarunternehmen Cargill nur wenigen Verbrauchern bekannt sein. Die Produkte des Konzerns hat aber vermutlich jeder schon einmal gekauft. Denn zu den Abnehmern gehören unter anderem die Fast-Food-Ketten Burger King und McDonalds, die Supermärkte Aldi, Edeka, Tesco und Carrefour sowie die Lebensmittelkonzerne Nestle, Kellogg’s und Danone. Außerdem handelt Cargill noch mit Tierfutter, Baumwolle, Kosmetika und vielen weiteren Produkten. Die Umweltschutzorganisation Mighty Earth hat den Agrarkonzern nun allerdings einmal genauer unter die Lupe genommen. Das vernichtende Urteil der Experten: Es handele sich um das „schlimmste Unternehmen der Welt“. Die Vorwürfe sind dabei so weitreichend wie schwerwiegend:


Brandrodungen sind nur ein Teil des Problems.

Das sind die Vorwürfe gegen den Agrarkonzern:

1. So wirft die Organisation dem Konzern vor, in Brasilien für die Rodung des Regenwalds verantwortlich zu sein. Auf den frei gewordenen Flächen wird jetzt Soja angebaut. Ähnliche Vorwürfe gibt es auch in Afrika: In Ghana und der Elfenbeinküste soll Kakao auf Plantagen angebaut werden für die Teile von Nationalparks gerodet wurden.

2. Auf einigen Kakaoplantagen, die Cargill beliefern, soll es zudem zu Kinderarbeit gekommen sein. Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Demnach wurden die Kinder aus Mali in die Elfenbeinküste verschleppt und mussten dort ohne Bezahlung bis zu 14 Stunden täglich arbeiten. Eine Klage gegen Cargill wurde deswegen bereits angestrengt. Ein Urteil steht noch aus.


3. Insgesamt zehn Bundesstaaten der USA haben ebenfalls Klage gegen den Konzern erhoben. Der Grund: Das Unternehmen soll die Luftreinheitsgesetze missachtet haben.

4. In Kolumbien umging das Unternehmen zudem Vorschriften gegen die Konzentration von Landbesitz und kaufte große Flächen über zahlreiche Töchterfirmen.

5. Außerdem werden mehrere Salmonellen- und E.Coli-Ausbrüchen auf Produkte von Cargill zurückgeführt.

Der brasilianische Regenwald ist massiv gefährdet

Die Umweltschützer von Mighty Earth gaben dem Unternehmen die Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Unternehmenschef David MacLennan versprach zwar in einigen Punkten Besserung. Passiert ist den Angaben der Organisation zufolge bisher aber nichts. Besonders problematisch könnte das Vorgehen in Brasilien sein. Denn dort regiert mit Jair Bolsonaro ein Präsident, der sich nicht groß um den Umwelt- und Klimaschutz kümmert. Seit er im Amt ist, sind daher auch die Rodungen im Regenwald stark angestiegen. Cargill gehört in Brasilien zu den wichtigsten Akteuren auf dem Markt und hätte theoretisch die Möglichkeit, eine Kehrtwende einzuleiten. Bisher scheint daran aber kein Interesse zu bestehen. Mighty Earth hat daher die Geschäftskunden des Konzerns aufgerufen, den Druck zu erhöhen.

Via: Mighty Earth

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