Der Kivusee liegt in Afrika auf der Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Auf den ersten Blick sieht er ganz ruhig und harmlos aus. Tatsächlich verbirgt sich tief in seinem Inneren aber ein gefährliches Geheimnis. Denn in den tieferen Wasserschichten lagern rund 60 Kubikkilometer Methan. Sollten diese Vorkommen – etwa durch eine Naturkatastrophe – freigesetzt werden, könnte dies katastrophale Folgen haben. So leben rund um den See rund zwei Millionen Menschen, die bei einem unkontrollierten Methan-Austritt ersticken könnten. Ein ähnliches Szenario ereignete sich bereits am Nyos-See in Kamerun. 1986 starben dort nach einem Erdrutsch rund 1.600 Menschen durch das freigesetzte Methan. Am Kivusee will die Regierung von Ruanda daher nun präventiv handeln.


By Sascha Grabow www.saschagrabow.com (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Hunderte Arbeitsplätze sollen entstehen

So wurde ein Vertrag mit dem Unternehmen Gasmeth Energy abgeschlossen. Für rund 400 Millionen Euro soll nun auf dem See eine Gasförderungsanlage errichtet werden. Diese wird das Methan vom Wasser trennen und sicher an Land bringen. Dort wird es dann komprimiert und für den weltweiten Verkauf vorbereitet. Das an Rohstoffen nicht besonders reiche Ruanda hofft, auf diese Weise einen sauberen Brennstoff zu gewinnen und so die Gasexporte erhöhen zu können. Außerdem sollen durch das Projekt hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden. So sollen während der Bauphase 600 bis 800 Stellen entstehen. Im laufenden Betrieb fänden dann noch immer 400 Menschen Arbeit. Angelegt ist der Methan-Abbau auf einen Zeitraum von 25 Jahren. Anschließend müsste evaluiert werden, wie groß die Vorkommen in den Tiefen des Sees noch sind.

Vulkanausbrüche und Erdbeben können für eine Kettenreaktion sorgen

Neben der wirtschaftlichen Komponente verfolgt das Projekt zudem noch ein zweites Ziel: Die Gefahr eines unkontrollierten Methan-Austritts soll durch den gezielten Abbau reduziert werden. Ganz verschwinden dürften die Vorkommen allerdings nicht. Denn das Methan entsteht auf natürliche Weise, weil Bakterien im See organisches Material zersetzen. Im Fall des Kivusee wird die Problematik zudem durch eine Besonderheit verschärft: In der Nähe befinden sich die Virunga-Vulkane. Ein Ausbruch dort könnte zu einer Kettenreaktion führen, durch die letztlich das Methan freigesetzt wird. Ähnliches gilt für den Fall eines Erdbebens in der Region. Die wirtschaftliche Nutzung des Methans könnte einen Ausweg aus dieser Problematik bieten. Allerdings gab es ähnliche Pläne bereits in der Vergangenheit – und wurden bisher nicht realisiert.


Via: The East African

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