Tchibo verkauft längst mehr als nur Kaffeebohnen und versucht immer wieder auch auf neue Trends aufzuspringen. Im Online-Shop des Unternehmens wird nun ein eher ungewöhnliches Produkt beworben: Ein sogenanntes Tiny House. Das kleine Häuschen ist mobil und soll viel Komfort auf so wenig Platz wie möglich bieten. Insgesamt sind drei verschiedene Modelle im Angebot. Die kleinste Variante bietet 14,9 Quadratmeter und kostet stolze 39.999 Euro. Die größte Version wiederum kommt immerhin auf eine Fläche von 20,4 Quadratmetern – kostet dafür aber auch 59.999 Euro. Ursprünglich wurde das Konzept des Tiny House in den Vereinigten Staaten entwickelt, um günstigen Wohnraum für Studenten zu schaffen. Von diesem Ansatz ist das Angebot von Tchibo recht weit entfernt.


Foto: Tchibo

Faktisch handelt es sich in Deutschland um einen Wohnwagen

Der Konzern baut die Häuser auch nicht selbst, sondern arbeitet mit der Schreinerei „Tiny House Diekmann“ aus dem westfälischen Hamm zusammen. Tchibo übernimmt lediglich den Verkauf und die Vermarktung. Die Informationen auf der Homepage sind allerdings leicht irreführend. So wird dort behauptet, man könne das Tiny House an jedem Ort der Welt aufstellen. Faktisch mag dies richtig sein, der deutsche Gesetzgeber sieht dies allerdings anders. Denn das Tiny House auf Rädern ist als Wohnwagen einzustufen. Es muss also ordnungsgemäß angemeldet und mit einem Nummernschild versehen werden. Außerdem gilt: Die mobilen Einheiten dürfen nur auf ausgewiesenen Flächen aufgestellt werden. Die entsprechende Rechtslage variiert allerdings von Land zu Land – selbst innerhalb der Europäischen Union.

Selbst gebaute Tiny Houses liegen im Trend

In den Vereinigten Staaten gibt es inzwischen zudem den Trend, das eigene Tiny House selbst zu bauen und ganz individuell zu gestalten. Ein Pärchen durchquerte mit einer solchen Konstruktion beispielsweise die gesamten Vereinigten Staaten von Florida bis Alaska. An ihren jeweiligen Standorten verursachten sie dabei nicht einmal Klimaemissionen, weil die Stromversorgung über mobile Solarmodule sichergestellt wurde, die sich jeweils nach dem aktuellen Sonnenstand ausrichteten. Solche und ähnliche Ansätze sind bei der Variante von Tchibo leider noch nicht enthalten. Es bleibt abzuwarten, ob der Konzern dem Trend weiter treu bleiben wird oder es sich um eine einmalige Marketingaktion handelt.

Via: Focus


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