Es ist eine traurige Binsenweisheit: Auf der Erde gibt es genug Nahrungsmittel. Theoretisch müsste also kein Mensch hungern. Dass trotzdem weltweit mehr als 800 Millionen Menschen als unterversorgt gelten, liegt an der mangelhaften Verteilung des Essens. Sprich: In einigen Teilen der Welt gibt es überproportional viele Nahrungsmittel, in anderen wiederum deutlich zu wenige. Dieser Effekt lässt sich teilweise sogar bis auf einzelne Staaten und Regierungsbezirke herunterbrechen. Auf Dauer ist es dabei keine Lösung, Lebensmittel aus reichen in arme Länder und Regionen zu transportieren. Vielmehr sollte bei der Lebensmittelproduktion vor Ort angesetzt werden. Dabei rücken vor allem Kleinfarmer und Selbstversorger in den Blickpunkt.


Lebensmittelverschwendung
Foto:Weggeworfene Lebensmittel; Urheber Foerster CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

560 Millionen Kleinbauern hungern

So schreibt die „United Nations Food and Agriculture Organization” in einer aktuellen Verlautbarung: “Familienfarmen sind einer der Schlüssel für eine sichere Lebensmittelversorgung und eine nachhaltige ländliche Entwicklung.“ Dies klingt logisch, stammen doch bis zu 80 Prozent der weltweit produzierten Agrarprodukte von solchen Kleinfarmern. Dennoch leiden viele dieser Familienselbstversorger auch unter Hunger. Von den 800 Millionen Unterversorgten weltweit, sind gut 70 Prozent Kleinbauern und deren Familienangehörige. Der Kampf gegen den Hunger muss also an dieser Wurzel ansetzen und die Situation der Kleinbauern verbessern.

Das klingt logisch, ist zuletzt aber vor Ort etwas aus dem Fokus geraten. Viele afrikanische Regierungen haben beispielsweise große Agrarprojekte gestartet und Ackerflächen an ausländische Investoren verpachtet oder verkauft. Diese produzieren allerdings nicht für den lokalen Markt, sondern exportieren die Anbauprodukte nach Arabien oder Asien. Die Kleinbauern leiden darunter zum Teil doppelt. Einmal weil viel Anbaufläche verlorengeht, aber auch weil der Aufbau einer lokalen Transport- und Verkaufsinfrastruktur vernachlässigt wird. So müssen die Farmer oft alles selbst anbauen, was sie zum Leben benötigen. Kommt es dann zu einer Missernte, leidet die Familie Hunger. Im Sinne der Versorgungssicherheit wäre es besser, der Kleinbauer könnte einen Teil seiner Produkte auf dem Markt verkaufen und so Rücklagen bilden. Zudem könnte er dann seine Fruchtfolge optimieren und so die Ertragskraft steigern.


Kleinbauern sind Teil der Lösung im Kampf gegen Hunger

Die internationale Gemeinschaft in Form der „Food and Agricultural Organization of the United Nations“ hat sich daher keineswegs zum Ziel gesetzt Kleinfarmer durch möglicherweise effizientere Großbetriebe zu ersetzen. Die reine Zahl der weltweit produzierten Lebensmittel ist ja nicht das Problem. Vielmehr sollen die Kleinbauern in ihrer Existenz vor Ort unterstützt werden. Dazu gehört neben dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur, auch die Sicherung von Landrechten und Schulungsmaßnahmen zur Sicherung des Ertrags und zum Schutz der Umwelt. Kleinbauern leiden zwar oftmals unter Hunger, sie sind aber ein Teil der Lösung und kein Teil des Problems, so die Weltorganisation.

Quelle: DigitalJournal

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