Je mehr Datenmengen auf der Welt anfallen, desto leistungsstärker müssen auch die Speichermedien werden. Zwar nutzen einige US-Behörden noch immer die altertümliche Diskette, ansonsten ist die Entwicklung auf diesem Gebiet aber bereits jetzt rasant: Auf kleinen Speichersticks lassen sich schon heute mehr Daten speichern als früher auf riesigen Festplatten. Forschern in den Niederlanden scheint nun auf diesem Gebiet ein weiterer Durchbruch gelungen zu sein. Mit Hilfe von Chloratomen erreichten sie eine 500-mal höhere Speicherdichte als bei bisher erhältlichen Speichermedien. Theoretisch wäre es so denkbar, alle Bücher dieser Welt auf der Größe einer Briefmarke zu speichern. Bisher begnügen sich die Wissenschaftler aber noch mit weniger ambitionierten Projekten.


Ein Rastertunnelmikroskop bringt die Atome auf die richtige Position

Der Speicher funktioniert dabei, weil sich die Chloratome auf einer Kupferoberfläche zu einem zweidimensionalen Gitter zusammentun. Weil die Forscher aber nun weniger Atome bereitstellten, als notwendig gewesen wäre, um die gesamte Oberfläche zu bedecken, entstanden dabei Lücken – sogenannte Vakanzen. Ein Atim und eine Vakanz ergeben dabei dann stets ein Bit. Um nun konkrete Daten zu speichern, müssen die Atome gezielt bewegt werden. Dies gelingt den Forschern mit Hilfe eines Rastertunnelmikroskops. Dieser Vorgang konnte dabei inzwischen automatisiert werden, so dass die Atome computergesteuert in die richtige Position geschoben werden und sich so Bit-Felder ergeben. Auf diese Weise lassen sich dann Daten auf extrem winzigen Feldern speichern.


Der Speichervorgang nimmt noch zu viel Zeit in Anspruch

Das Problem bisher: Der ganze Vorgang nimmt noch extrem viel Zeit in Anspruch. So dauert das Schreiben eines 64-Bit-Blocks etwa zwei Minuten – und das Auslesen rund sechzig Sekunden. Hinzu kommt: Der Prozess funktioniert aktuell nur bei einer Temperatur von minus 196 Grad Celsius. Um die Technik dennoch zu demonstieren haben die Forscher daher nicht gleich eine ganze Bibliothek gespeichert, sondern einen visionären Vortrag. So nahmen sie einen Teil einer Vorlesung des US-Physiker Richard Feynman und speicherten diese in Chloratomen. Die Auswahl geschah dabei durchaus bewusst: Die Rede mit dem Titel „There’s Plenty of Room at the Bottom“ beschrieb schon 1959 die Datenspeicherung auf atomarer Ebene.

Via: Wall Street Journal

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.