Der Münchener Allianz Konzern hat angekündigt, zukünftig keine Kohlekraftwerke mehr versichern zu wollen. Außerdem sollen die Kapitalanlagen so investiert werden, dass damit keine großen Klimasünder mehr unterstützt werden. Dies gab der Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte bekannt. Für viele Kraftwerksbetreiber könnte dies zu einem Problem werden. Denn Kohlekraftwerke dürfen – anders als Atomkraftwerke – nur betrieben werden, wenn ausreichend Versicherungen abgeschlossen wurden. Mit der Allianz verabschiedet sich nun aber ein wichtiger Akteur aus dem Markt. Langfristig dürfte dies zu höheren Preisen für die benötigten Versicherungspolicen führen – und damit auch den Kohlestrom teurer machen. Die Allianz wiederum rechnet damit, dass die nun verkündeten Maßnahmen den Konzern einen zweistelligen Millionenbetrag kosten werden.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Ein großer Erfolg für die Unfriend Coal Bewegung

Bis zum Jahr 2040 soll schließlich der komplette Ausstieg aus dem Kohlegeschäft abgeschlossen sein. Eine Ausnahme wird allerdings bleiben: Die nun getroffenen Regelungen gelten nicht für die reine Vermögensverwaltung von Kunden. Dennoch stellt die Ankündigung einen wichtigen Meilenstein dar. Denn sie gibt der „Unfriend Coal“-Bewegung massiven Rückenwind. Diese fordert die Versicherungen in aller Welt schon seit längerem auf, die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Kohleindustrie zu beenden. Auch der Pariser Stadtrat hat vor kurzem einen ähnlichen Aufruf verabschiedet. Die Allianz wiederum verzichtet bereits seit drei Jahren auf Investitionen in Unternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit dem Abbau und der Verstromung von Kohle verdienen. Nun wird diese Richtlinie noch einmal verschärft.

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Zuletzt aktualisiert am 19.07.2018

Immer mehr Investoren verabschieden sich aus der Kohle

Hinzu kommt: Auch der Konzern selbst will mehr zum Klimaschutz beitragen. So wurde das Ziel ausgegeben, zukünftig klimaneutral zu arbeiten. Dafür müssten beispielsweise die Emissionen der Dienstreisen der Mitarbeiter ausgeglichen werden. Selbiges gilt für den CO2-Ausstoß, der in den Büros des Unternehmens verursacht wird. Vor der Allianz haben bereits zahlreiche andere große Investoren angekündigt, nicht mehr in die klimaschädliche Kohle investieren zu wollen. Dazu gehörten unter anderem der norwegische Staatsfonds, die Stadt Kopenhagen, der Staat Irland und die Church of England. Zahlreiche Länder – darunter Großbritannien und Frankreich – haben zudem bereits ein festes Ausstiegsdatum für die Kohleenerige bekannt gegeben. In Deutschland fehlt dies noch – obwohl gute Gründe dafür sprechen.

Via: Handelsblatt


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