Auf dem Pariser Klimagipfel hat die Weltgemeinschaft sich ambitionierte Ziele gesetzt. Die Erderwärmung soll auf deutlich unter zwei Grad begrenzt und wenn möglich bei 1,5 Grad gehalten werden. Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie müssten wir einige Opfer bringen, um das zu erreichen. Genauer gesagt müssten wir uns in absehbarer Zeit von Benzin- und Dieselautos trennen.


By Rl91 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Ausstieg bis 2025

Ab 2025 dürften in Europa keine neuen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor mehr zugelassen werden. Für Plug-in-Hybride ist die Deadline im Jahr 2028 erreicht. Errechnet hat das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit Hilfe einer selbst entwickelten Simulationssoftware gemacht. Die Forscher sind dabei von einem Szenario ausgegangen, in dem die Erderwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent unter 1,5 Grad Celsius bleibt.

Die Berechnungen basieren darauf, dass Klimaforscher im Vorfeld bestimmt haben, wie viele Klimagase noch in die Atmosphäre abgegeben werden dürfen, um das Szenario zu erreichen. Die DLR-Experten bestimmten daraufhin Budgets für die EU sowie Norwegen und die Schweiz und errechneten daraus den Anteil des privaten Autoverkehrs.


Effekte wie klimafreundlichere Neuwagen haben die Forscher dabei in ihre Berechnungen mit einbezogen. Sie gingen allerdings auch davon aus, dass private PKW in Zukunft eine wichtige Rolle spielen und nicht von alternativen Konzepten verdrängt werden.

Umstrittener Ansatz

Im Falle eines Zulassungsstops wären PKW mit Verbrennungsmotoren noch bis etwa ins Jahr 2040 auf den Straßen der EU unterwegs. Es sei deswegen auch notwendig, weniger Auto zu fahren.

Der Ansatz der DLR-Experten ist nicht unumstritten. Im Pariser Klimaabkommen wurde nicht festgelegt, welche Mengen CO2-Emissionen welcher Region der Erde noch zustehen, die Forscher des DLR mussten das deshalb selber ausrechnen. Außerdem gehen sie nur von den Treibhausgasemissionen der Verbrenner aus. Dass bei der Produktion von Strom für die Elektroautos, die die Verbrenner wahrscheinlich ersetzen würden, ebenso CO2 freigesetzt wird, findet in der Studie keine Beachtung.

Benjamin Stephan von Greenpeace spricht dennoch von einem „klaren“ Auftrag für Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und fordert einen schnellen Umstieg von Diesel- und Benzin-PKW auf saubere Antriebe.

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