Der tropische Regenwald kannte in der Vergangenheit kaum Grenzen, das gesamte äquatoriale Afrika war damit überwuchert. Der Kagema-Wald in Kenia gehörte fest dazu, er schrumpfte seit dem Jahr 1900 auf 10 % seiner ursprünglichen Fläche zusammen. Nicht nur die großen Konzerne sind dafür verantwortlich, auch die stark wachsende Landbevölkerung, die sich kaum anders zu helfen weiß als das Holz für ihre Zwecke zu nutzen.


Klimaschutz muss auf allen Ebenen stattfinden

Nur 1 % der Haushalte im Siaya-Gebiet besitzen einen Stromanschluss

Der finanziell schlechtgestellten Kenianerin, die dafür sorgen muss, dass ihre Familie etwas Warmes zu essen bekommt, lässt sich das Holzsammeln nur sehr schwer verbieten. Im Siaya-Gebiet besitzen nur 1 % aller Haushalte einen Stromanschluss, 98 % der Menschen sind zum Kochen dringend auf Holz angewiesen. Sie gehen in den Wald und holen sich ihren Brennstoff kostenlos, weil sie gar nicht anders können. Außerdem kann sich vor Ort kaum jemand vorstellen, dass der Wald überhaupt bedroht ist, denn um die Dörfer herum wuchern die Wälder in üppiger Pracht. Das Tembea-Projekt soll Abhilfe schaffen, es wird nach Kräften von der Klimaschutzorganisation myclimate und dem Unternehmen KYOCERA Document Solutions unterstützt. Ins Leben riefen es einige kenianische Freunde, die sich Sorgen um den Erhalt des Regenwaldes machen.

Kleinkreditsystem verschafft den Menschen bessere Lebensverhältnisse

Die traditionellen 3-Steine-Kochstellen der Kenianer verbrauchen sehr viel Holz. Im Rahmen des Tembea-Projektes werden diese durch effiziente Kocher ersetzt, die nur etwa die Hälfte an Energie verbrauchen. Nicht nur der Holzverbrauch wird damit gesenkt, sondern auch die Atemluft in den oft stark verräucherten Innenräumen lässt sich deutlich verbessern. Das wirkt sich auch entsprechend gesundheitlich aus, Atemwegserkrankungen befinden sich im betroffenen Gebiet auf dem Rückzug. Während die Projektmitarbeiter die neuen Öfen verteilen, klären sie gleichzeitig über die Folgen der Waldabholzung auf und schaffen so ein wachsendes Umweltbewusstsein. Das Kleinkreditsystem, das nebenherläuft, ermöglicht es den Menschen nicht nur, ihren Beitrag für die neuen Kocher zu leisten, sondern auch ihre Lebensqualität anderweitig zu verbessern. Die Finanzspritzen werden häufig dafür genutzt, ein eigenes kleines Geschäft aufzubauen und die Kinder regelmäßig in die Schule zu schicken.


Der Kenianer Jared Buoga, Hauptinitiator des Tembea-Projekts, bedankt sich für die deutsche Unterstützung: „Wir leben in einer Welt ohne Grenzen. Was die Menschen in Kenia bedroht, hat auch Auswirkungen auf Menschen in Europa. Wir müssen zusammenhalten. Und was Menschen in Deutschland Gutes für Tembea tun, bewirkt sofort Verbesserungen bei uns.“ Diese Worte sollten uns zu denken geben und unser offenes Herz bewahren.

Quellen: newsroom.kyoceradokumentsolutions.de

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    31. März 2019 at 19:37

    Ich weiß, es klingt hochmütig, wenn ich so was schreibe, aber kleine Biogasanlagen wären fast noch nützlicher.

    Denn organische Abfälle und menschliche Ausscheidungen gibt es überall, wo Menschen leben. Mikroben, die daraus Methan machen, auch. Wenn das Methan frei wird, ohne dass sich jemand darum kümmert, kann das lokal gefährlich sein – und es ist eine Katastrophe fürs Klima. Denn Methan ist 25-33 mal so klimaaktiv wie CO2.

    Wenn man es aber verbrennt, bekommt man Energie – Hitze und /oder Strom. Deshalb gibt es Firmen, die in den reichen Ländern Geld einsammeln als Klimakompensation und es in armen Ländern für Mini-Biogasanlagen einsetzen. Auf diese Weise können Menschen, die zu viel CO2 produzieren – zum Beispiel durch Fliegen – anderen Menschen helfen, mit organischen Abfällen Energie zu erzeugen und unkontrollierten Methanausstoß zu vermeiden.

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