In der Wissenschaft besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass die Menschheit ihren CO2-Ausstoß schnell und massiv senken muss, um den Klimawandel zu bremsen. Ein Anstieg der Temperaturen um zwei Grad im Vergleich zu präindustriellen Temperaturen könnte bereits drastische Folgen haben. Und aktuell sind wir nicht gerade auf einem guten Weg – eher im Gegenteil. Wie ein Bericht der World Meteorological Organisation (WMO) zeigt, haben die Treibhausgas-Werte in der Atmosphäre neue Rekordwerte erreicht.


Neue CO2-Höchstwerte

Mehr als drei Jahre ist es inzwischen her, dass die Weltgemeinschaft in Paris zusammenkam und sich darauf einigte, den CO2-Ausstoß und damit auch den Temperaturanstieg im Rahmen der globalen Erwärmung zu begrenzen. Doch der Theorie folgte zu wenig Praxis: Der CO2-Ausstoß steigt weiter, und inzwischen schwinden die Chancen auf das Erreichen des Ziels von maximal zwei Grad Erwärmung im Vergleich zu der Zeit vor der Industrialisierung zusehends.


Der aktuelle Bericht der World Meteorological Organisation (WMO) bestätigt nun, dass die bisherigen Bemühungen zum Klimaschutz eher fruchtlos waren. Denn die Treibhausgaswerte in der Atmosphäre haben neue Höchstwerte erreicht. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre stieg im Jahr 2017 auf 405,5 ppm – was eine erneute Steigerung im Vergleich zum Vorjahr sowie einen Rekordwert seit Beginn der Messungen bedeutet. „ Eine vergleichbare Konzentration von CO2 hat die Erde zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren erlebt. Damals war es zwei bis drei Grad wärmer als heute und die Meeresspiegel lagen um zehn bis 20 Meter höher„, so WMO WMO Generalsekretär Petteri Taalas. Vergleicht man die CO2-Werte von heute mit denen vor der industriellen Revolution, so stellt man eine Steigerung von 146 Prozent fest – und ein Rückgang dieses Trends ist bisher nicht in Ausblick.

Sorgenbereitende Entwicklungen

Doch nicht nur in Sachen CO2 wurden neue Rekordwerte festgestellt. Auch die atmosphärische Konzentration von Methan liegt mit 1859 Teilen pro einer Milliarde Luftteilchen heute um 257 Prozent über den präindustriellen Werten. Methan ist ein Treibhausgas, das etwa 30 mal potenter ist als CO2 – und rund 60 Prozent des globalen Methanausstoßes ist anthropogen, geht also vom Menschen aus. Die Hauptquellen sind die Landwirtschaft, die Industrie sowie die Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Mit Sorge beobachten Wissenschaftler auch die Konzentration von Stickstoffdioxid (329,9 Teilchen pro Milliarde Luftteilchen). Auch dieses Treibstoffgas kommt zu 40 Prozent aus menschengemachten Quellen. Außerdem wurden in Asien Emissionen von Trichlorfluormethan festgestellt, einem eigentlich verbotenen Ozonkiller.

Klimaschutz muss forciert werden

Laut der WMO ist die Treibhauswirkung der Atmosphäre seit 1990 um 41 Prozent gestiegen. Zu dieser Entwicklung haben die anthropogenen Emissionen maßgeblich beigetragen. „ Die Wissenschaft dahinter ist klar: Ohne rapide Einschnitte beim CO2 und anderen Treibhausgasen wird der Klimawandel immer zerstörerischere und irreversiblere Auswirkungen auf das Leben auf unserem Planeten haben. „, so Talaas. Da CO2 mehrere Hundert Jahre in der Atmosphäre bleibt – in den Ozeanen sogar noch länger – sind selbst bei schnellem Handeln viele Klimafolgen bereits nicht mehr vermeidbar. Und solange es keine verlässlichen und effizienten Wege gibt, das CO2 aus den Meeren und der Atmosphäre zu filtern, ist die drastische Reduzierung der Emissionen der einzige Weg, weitere Klimafolgen zu vermeiden.

Anfang Dezember beginnt in Kattowitz in Polen die 24. Weltklimakonferenz, während der ein „Regelbuch“ zur Umsetzung der Ziele der Vereinbarung von Paris verabschiedet werden. Allerdings klaffen in Sachen Klimaschutz immer noch deutliche Lücken zwischen den einzelnen Staaten. Die USA haben sich vollständig aus dem Pariser Abkommen zurückgezogen, und mehrere Länder, darunter auch Deutschland, werden nicht einmal die selbstgesetzten Klimaziele erreichen, die grundsätzlich noch deutlich unter dem liegen, was eigentlich nötig wäre.

via WMO

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.