Australien verdankt seinen Reichtum nicht zuletzt dem Verkauf von Bodenschätzen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Staat auch der größte Kohle-Exporteur der Welt ist. Diese Position wollte der Bergbaukonzern Gloucester Resources weiter ausbauen und in der Nähe der gleichnamigen Stadt eine neue Kohlemine eröffnen. Doch die Firma musste gleich zweimal die Erfahrung machen, dass die Pläne nur auf wenig Gegenliebe stießen. Denn zunächst untersagte die Politik das Projekt. Dagegen klagte der Konzern und erlitt nun vor dem „New South Wales Land and Environment Court“ eine empfindliche Niederlage. Denn die Richter wiesen die Beschwerde nicht nur ab, sondern begründeten dies explizit mit dem Kampf gegen den Klimawandel.


Law Gavel
Foto: Justice Gavel, Tori Rector, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Regierung darf den Klimaschutz prioritisieren

Der zuständige Richter führte dies in der Urteilsbegründung weiter aus und verwies darauf, dass durch die Inbetriebnahme der neuen Mine und die Weiterverarbeitung der dort abgebauten Rohstoffe massive Treibhausgas-Emissionen zu erwarten seien. Um die Klimaziele des Landes zu erreichen, sei aber stattdessen eine massive Reduktion der Treibhausgase nötig. Deshalb habe die Regierung das Recht, die Eröffnung neuer Minen zu untersagen. Es ist das erste Mal, dass ein australisches Gericht den Kampf gegen den Klimawandel explizit als Begründung heranzieht. Auch in der Vergangenheit waren ähnliche Projekte bereits untersagt worden. Dies war aber stets mit lokalen Nachteilen – etwa der Umweltverschmutzung – begründet worden.

Das Wetter in Australien zeigt sich von seiner extremen Seite

Durch die jetzt gewählte globale Begründung, könnte es fast unmöglich werden, in Australien überhaupt noch neue Kohleminen zu errichten. Denn bisher ist keine Form der Nutzung von Kohle bekannt, bei der keine größeren Mengen an CO2 ausgestoßen werden. Das Urteil passt allerdings zur aktuellen Situation in Australien. Denn das Land wurde in diesem Jahr gleich von mehreren extremen Wetterereignissen heimgesucht. So gab es unter anderem in Tasmanien verheerende Waldbrände, während in Queensland starke Regenfälle zu Überschwemmungen führten. Ein direkter Zusammenhang zum Klimawandel lässt sich bei solchen einzelnen Ereignissen nicht nachweisen. Experten sind sich aber einig, dass sich die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterverhältnisse stark erhöht.


Via: Nature

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