Es ist eine etwas unkonventionelle Idee, aber sie könnte tatsächlich funktionieren: Wissenschaftler haben untersucht, ob Nutztiere wie Kühe, Schweine und Hühner nicht auch mit künstlich produzierten Eiweißen ernährt werden können. Das Ergebnis: Möglich wäre es durchaus und die Umwelt würde tatsächlich produzieren. Entstanden ist die Idee, weil der Fleischkonsum weltweit immer weiter zunimmt. Dadurch wiederum wird natürlich auch mehr Tierfutter benötigt. Der Anbau von Sojabohnen aber beispielsweise bringt hohe Belastungen für Umwelt und Klima mit sich. Daher erinnerten sich die Forscher daran, dass für die Raumfahrt einst Verfahren entwickelt wurden, um Eiweiße auch ohne Ackerflächen produzieren zu können. Faktisch handelt es sich um gezüchtete Mikroben wie Pilze, Algen, Hefe oder Bakterien. Diese können zumindest einen Teil der Tiernahrung ersetzen.


Die Klimaemissionen können signifikant reduziert werden

Weil die Nahrung im Labor hergestellt werden kann, erledigen sich damit auch einige der klassischen Probleme der heutigen Landwirtschaft – etwa die Überdüngung, der Artenschwund oder der vergleichsweise hohe CO2-Ausstoß. Ganz ohne Ressourcen entstehen aber auch die künstlich produzierten Eiweiße nicht: Man benötigt Energie, Kohlenstoff und Stickstoffdünger. Die Forscher haben nun analysiert, wie sich eine Ernährungsumstellung für Nutztiere tatsächlich auswirken würde. Das Ergebnis: Schon kleine Veränderungen könnten großen Nutzen mit sich bringen. Oder konkret: Würden zwei Prozent des weltweit genutzten Tierfutters durch gezüchtete Mikroben ersetzt, könnten fünf Prozent der global genutzten Ackerflächen eingespart werden. Die Klimaemissionen des Agrarsektors würden sich ebenfalls reduzieren – und zwar um nicht unerhebliche sieben Prozent.


Mehr Anstrengungen sind notwendig

Die Bilanz hängt aber auch davon ab, wie die benötigte Energie produziert wird. Ähnlich wie bei Elektroautos gilt: Kommen Erneuerbare Energien zum Einsatz fällt die Klimabilanz deutlich besser aus als wenn Kohlestrom genutzt werden muss. Die Forscher weisen zudem auch darauf hin: Um die Landwirtschaft vollständig nachhaltig zu gestalten, reicht die Nutzung der gezüchteten Mikroben nicht aus. Stattdessen wären strukturelle Veränderungen notwendig – die aktuell aber nicht in Sicht sind. So gesehen könnte die Astronauten-Nahrung für Kühe die Belastungen für Umwelt und Klima zumindest ein wenig reduzieren. Selbiges gilt allerdings auch, wenn jeder seinen Fleichkonsum ein wenig zurückfährt. Noch bleibt zudem abzuwarten, ob der Ansatz tatsächlich im industriellen Stil umgesetzt werden wird.

Via: PIK Potsdam

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.