In der Weltwirtschaftskrise 2008 entwickelte sich auch der weltweite Handel rückläufig. Gleichzeitig hatten die Reeder in der Boom-Phase davor stark in neue Schiffe investiert. Die Folge: Die Auslastung der Containerriesen sank massiv. Um dies ein wenig zu verschleiern und Kosten zu sparen, ließen viele Unternehmen ihre Schiffe daher vergleichsweise gemächlich über die Weltmeere pendeln. Dies hatte Folgen: Die CO2-Emissionen der weltweiten Schifffahrt sanken signifikant, obwohl die Zahl der Schiffe sich nicht verringert hatte. Rund 120 internationale Schifffahrtsgesellschaften wollen diesen Effekt nun bewusst erzeugen und fordern ein Tempolimit auf den Weltmeeren. Je nach Art und Größe des Schiffs würden dann unterschiedliche Obergrenzen gelten. Unterstützt wurde der Antrag bei der Weltschifffahrtsorganisation unter anderem von Frankreich und Griechenland.


Die großen Reedereien unterstützen die Maßnahme bisher noch nicht. Foto: By Buonasera [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das Tempolimit soll härtere Maßnahmen verhindern

Bisher fand sich dort allerdings keine Mehrheit für einen solchen Schritt. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass auf der Liste der Unterstützer die großen Reedereien wie Hapag Lloyd, Maersk und MSC fehlen. Immerhin ein Teil der Branche engagierte sich aber konkret für ein solches Verbot – was durchaus bemerkenswert ist. Der Hintergrund: Seit dem vergangenen Jahr ist klar, dass sich auch die weltweite Schifffahrt am Kampf gegen den Klimawandel beteiligen muss. Bis zum Jahr 2050 ist daher die Reduktion der Klimaemissionen um 50 Prozent vorgesehen. Offensichtlich gehen die Firmen davon aus, dass ein Tempolimit noch ein vergleichsweise wenig schmerzhaftes Mittel ist, um den Ausstoß der Klimagase zu senken – zumal davon im besten Fall alle Firmen gleichermaßen betroffen sind.

In der Binnenschifffahrt gibt es bereits Geschwindigkeitsbegrenzungen

Es ist auf jeden Fall höchste Zeit, das Thema Klimaschutz in der Schifffahrt ernsthaft anzugehen. Denn die Containerriesen sind für rund drei Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Dies ist mehr als in Deutschland insgesamt ausgestoßen wird. Ein Tempolimit für Schiffe ist zudem auch keine vollkommen neue Maßnahme. So gilt für besonders große Schiffe bereits auf der Unterelbe zwischen Wedel und Hamburg eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ähnliche Forderungen werden auch immer wieder in Köln laut. Das Thema dürfte die Weltschifffahrtsorganisation also auch in Zukunft noch beschäftigen. Zunächst einmal entschlossen sich die beteiligten Staaten zu einem weniger radikalen Schritt: Die Effizienzvorgaben für sieben Schiffstypen wurden deutlich erhöht. Die neuen Vorschriften gelten allerdings nur für neue gebaute Schiffe.


Via: FAZ

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