Der heiße, trockene Sommer lässt Zecken, die bisher nur in den Tropen vorkamen, auch in Mitteleuropa überleben. Sieben Exemplare der Gattung Hyalomma haben Zeckenforscher an der Universität Hohenheim in Stuttgart und ihre Kollegen am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) in München in diesem Jahr nachgewiesen. Eine dieser Zecken, die an ihren auffällig gestreiften Beinen zu erkennen sind, trug ein gefährliches Bakterium in sich, Rickettsia aeschlimannii, einen bekannten Erreger des Zecken-Fleckfiebers. Infizierte kämpfen mit Hautausschlag und tagelangem Fieber. Die Krankheit bricht erst 14 Tage nach der Infektion aus. Sie kann mit Antibiotika behandelt werden und ist meldepflichtig.


Bild: IMB / Lidia Chitimia-Dobler

Bei Experten schrillen die Alarmglocken

Auch wenn nur sieben Exemplare gefunden worden sind – drei an einem einzigen Pferd, eine an einem Schaf und drei weitere an drei anderen Pferden – schrillen bei den Experten die Alarmglocken. Sie fürchten, dass die gefährliche tropische Zeckenart wegen des Klimawandels bei uns heimisch werden könnte. Bisher wurden immer mal wieder Zecken aus den Tropen eingeschleppt. Wegen des hiesigen Klimas überlebten sie jedoch nicht.

Bisher gab es nur zwei Einzelfunde

„HyalommaZecken haben wir hier in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet. Bisher gab es lediglich zwei Einzelfunde in den Jahren 2015 bis 2017“, sagt Lidia Chitimia-Dobler, Zeckenexpertin am IMB. „Diese Zeckenarten könnten in Deutschland Einzug halten“, befürchtet Professor Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. „Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich öfters zu begegnen.“


Haben sich die Zecken hier bereits etabliert?

Die große Frage sei nun, ob es sich noch um einzelne eingeschleppte Exemplare handelt oder ob sie sich hier bereits etabliert haben. „Bei einer anderen Art, der ursprünglich in Afrika beheimateten Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), sind Exemplare an Hunden gefunden worden, die ihren Hof nie verlassen hatten“, so Mackenstedt. „Damit konnten sie kein unbeabsichtigtes Urlaubsmitbringsel sein – ein Hinweis darauf, dass sich die Art hier möglicherweise bereits entwickeln kann.“

via Universität Hohenheim

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