Der Mount Denali im US-Bundesstaat Alaska ist mit 6190 Metern zwar weitaus niedriger als die Achttausender des Himalaja, gilt unter Bergsteigern aber dennoch als besondere Herausforderung. Das liegt vor an seiner klimatischen Lage – der Berg liegt hoch im Norden, was ihm das ganze Jahr über extreme Wetterbedingungen beschert. Orkanartige Stürme und tiefe Temperaturen sind am Mount Denali Alltag. Gerade wegen diesen Herausforderungen ist der Mount Denali ein beliebtes Ziel für Extrembergsteiger. Und dieses Ziel bekommt nun ein unerwartetes Problem. Im Zuge des Klimawandels werden immer mehr menschliche Exkremente freigetaut, die von den Bergsteigern in den Camps an den Hängen des Berges zurückgelassen wurden.


Bild: Ryan Holliday (Wrh2), CC BY-SA 4.0, via Wikipedia

Kot wird zum Problemfall

Inzwischen nehmen sich jedes Jahr etwa 1000 Bergsteiger vor, den Mount Denali zu besteigen. Eine entsprechende Expedition kann gut und gerne mal einen Aufenthalt von mehr als zwei Wochen am Berg beinhalten. Und auch am Berg verlangt die Natur ihr Recht. Die Masse an Bergsteigern scheidet über die Saison von April bis Juli hinweg etwa zwei Tonnen Kot aus. Dieser wird nicht abtransportiert, sondern wird vor Ort entweder im Eis vergraben oder in Gletscherspalten entsorgt. In den 1970ern wurde der Denali auch für Amateurbergsteiger freigegeben. Seitdem sammelten sich Schätzungen zufolge etwa 66 Tonnen Kot am Berg an.

Das galt lange als unbedenklich, sofern die Hinterlassenschaften von der Oberfläche entfernt wurden. Die kalten Temperaturen froren die Abfälle ein, und damit hatte sich die Sache erledigt. Doch nun könnten die Fäkalien dennoch zum Problem werden. Über lange Zeit hinweg waren Forscher der Ansicht, dass der Kot im Gletscher nicht nur gefriert, sondern quasi durch die Gletscherdynamik so zermahlen wird, dass er kaum noch nachgewiesen werden kann. Der Glaziologe Michael Loso und sein Team zeigten jedoch in Experimenten, dass dies wahrscheinlich eine Fehlannahme ist. Das Material wandere mit den Gletschern talwärts, wo die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen dazu führen, dass die Fäkalien frei- und aufgetaut werden. Sogar darin enthaltene Bakterien wie etwa E.coli können tiefgefroren jahrelang überleben und zum Problem werden.


Intensivere Erderwärmung in Alaska

In Alaska schreitet die Erderwärmung besonders schnell und intensiv woran. In den letzten Jahrzehnten stieg die Durchschnittstemperatur in Alaska um 1,7 Grad Celsius, in den Wintermonaten sogar um 3,4 Grad Celsius. Loso und sein Team rechnen damit, dass auf Höhe der niedrig gelegenen Camps möglicherweise bereits dieses Jahr größere Mengen Kot freischmelzen könnten. In den höheren Regionen wird der Kot nach Angaben der Forscher über die nächsten 200 bis 300 Jahre freigesetzt werden, was die Fließgewässer in der Region möglicherweise über lange Zeit verunreinigen könnte.

Zumindest wird das Problem nicht mehr größer. Denn seit 2018 müssen Bergsteiger dafür Sorge tragen, dass weder Müll noch Fäkalien am Berg zurückbleiben. Außerdem bleibt der Denali von einem anderen Problem verschont: Verunglückte Bergsteiger können dort in der Regel geborgen werden. Am Mount Everest hat der Klimawandel dazu geführt, dass vermehrt Leichen gestorbener Kletterer freigeschmolzen werden.

via Smithonian Mag

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1 Kommentar

  1. eisvogel

    5. April 2019 at 20:51

    Die sollen alle auf den Gipfel schei*en gehen, dann wird mal ein Achttausender draus…

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