Der Verlust von Waldflächen nimmt weiter in bedrohlichem Ausmaß zu. Mehrere Regierungen haben sich inzwischen dazu verpflichtet, dem Waldsterben Einhalt zu gebieten. Gefruchtet hat dies bisher allerdings nur mäßig. Laut einer neuen Studie von Climate Focus verlieren wir weltweit derzeit jedes Jahr etwa 64 Millionen Hektar Wald – was etwa der Fläche Großbritanniens entspricht.


Selbstverpflichtung verkommt zur reinen Kosmetik

2014 wurde in New York die Declaration on Forests unterzeichnet. Darin verpflichteten sich 37 Regierungen sowie mehrere Großunternehmen, NGOs und Repräsentanten mehrerer Ureinwohnerstämme, die Rate des Waldsterbens bis 2020 zu halbieren. Bis 2030 soll das Waldsterben dann völlig beendet sein. Leider handelte es sich bei der Erklärung allerdings um ein rechtlich nicht verpflichtendes Dokument, dessen Einhaltung völlig freiwillig war. Und leider zeigt sich aktuell, dass es sich um nichts weiter als heiße Luft handelte. Denn seit der Unterzeichnung stieg das Waldsterben um 43 Prozent an . Speziell die Tropenwälder leiden immens.


Waldsterben trotz einiger Bemühungen

Einige Länder zeigen indes durchaus Engagement, wenn es um die Aufforstung und das Stoppen des Waldsterbens geht. So gelang es Indonesien etwa, zwischen 2017 und 2017 das Waldsterben um ein Drittel zu verlangsamen. Andere Länder, wie etwa Äthiopien, Mexiko und El Salvador, haben Aufforstungsprogramme ins Leben gerufen und pflanzen fleißig Bäume. Diesen Bemühungen stehen aber massive Abholzungen in Südostasien, Lateinamerika und Afrika gegenüber. Zwischen 2014 und 2018 schrumpften große Waldflächen in diesen Gegenden dramatisch. Dabei verlor Lateinamerika unterm Strich die meiste Waldfläche. Prozentual stieg die Abholzungsrate allerdings in Afrika am dramatischsten an.

Und nun wüten im Amazonas Waldbrände, die die Rate an Waldsterben weiter nach oben treiben. Klimaforscher zeigen sich insbesondere wegen Rückkoppelungseffekten besorgt: Der Klimawandel lässt Wälder trockener werden, was die Gefahr von Waldbränden drastisch erhöht. Die Brände sowie das damit verbundene Waldsterben wirken sich indes wieder negativ auf den Klimawandel aus.

Deforestation, mostly for agriculture, contributes around a third of anthropogenic CO2 emissions. At the same time, forests naturally take up around a third of anthropogenic CO2 emissions. This natural sink provided by forests is at risk from the dual compounding threats of further deforestation and future climate change. The continued loss of primary forests at ever-increasing rates. despite their incalculable value and irreplaceability, is both shocking and tragic„, so Jo House, ein Umweltspezialist an der Universität Bristol, gegenüber der Zeitschrift The Guardian.

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