Apple verdient mit dem Kauf seiner Produkte zwar jährlich mehrere Milliarden Dollar. Die Produktion ist aber so weit wie möglich ausgelagert. Dies gilt auch für die Herstellung der benötigten Akkus. Folgerichtig kümmerte sich bisher auch der zuständige Zulieferer um den Ankauf der für die Stromspeicherung notwendigen Rohmaterialien. Dies soll sich zukünftig aber ändern. Denn Apple ist in direkten Kontakt mit den Betreibern von Kobalt-Minen getreten und möchte längerfristige Lieferverträge abschließen. Der Grund für diese Maßnahme ist simpel: Der US-Konzern fürchtet, dass das Angebot in den nächsten Jahren knapp wird – und die Preise dementsprechend in die Höhe schießen werden. Die Minenbetreiber wiederum könnten sich durch die direkte Zusammenarbeit mit Apple einen Großkunden dauerhaft erhalten.


iPhone 6 Pay
Bild: iPhone 6 Pay via The Verge

Neben Kobalt ist auch Lithium von der drohenden Knappheit betroffen

Die Angst vor einer Kobalt-Knappheit basiert vor allem auf einer Entwicklung: Der zunehmenden Elektrifizierung des Straßenverkehrs. Denn auch Elektro-Fahrzeuge benötigen selbstverständlich einen Akku an Bord. Die dabei verbauten Rohmaterialien sind grundsätzlich die selben wie bei den iPhone-Akkus. Dementsprechend dürfte in den nächsten Jahren die Nachfrage nach den seltenen Rohstoffen weiter ansteigen. Neben Kobalt ist davon vor allem auch Lithium betroffen – weshalb Bolivien die eigenen Vorkommen nun konsequent ausbeuten möchte. Tesla wiederum beschreitet einen ähnlichen Weg wie Apple und hat Kontakte nach Chile geknüpft, um sich dort den Zugriff auf Lithium-Vorräte zu sichern. Sowohl bei Tesla als auch bei Apple konnte bisher aber noch kein finaler Vertragsabschluss verkündet werden.

Der Kobalt-Abbau wird mit schlechten Arbeitsbedingungen in Verbindung gebracht

Eine Rolle spielen dürften dabei auch die besonderen Bedingungen beim Kobalt-Abbau. Dieser wird teilweise von kleinen Kindern unter extrem schlechten Bedingungen durchgeführt. Erst im vergangenen Jahr setzte Apple daher den Bezug von Kobalt aus kleinen afrikanischen Minen aus. Der Druck auf das Unternehmen, in diesem Punkt noch stärker aktiv zu werden, dürfte deutlich ansteigen, wenn erstmals direkte Geschäftsbeziehungen zwischen dem US-Unternehmen und den Minenbetreibern existieren. Die Macher des FairPhone verzichten daher komplett auf den Einsatz von Kobalt. Auch die deutschen Autobauer fürchten übrigens einen Anstieg der Rohstoffpreise. Bisher ist aber hierzulande noch nichts über ähnliche Initiativen wie bei Apple und Tesla bekannt. Stattdessen setzen die Firmenlenker auf die Hilfe der Politik.


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