Die Beziehungen zwischen China und den meisten westlichen Ländern sind kompliziert. Auf der einen Seite ist man als Handelspartner aufeinander angewiesen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch immer wieder, dass es sich um extrem verschiedene Kulturen und Gesellschaftssysteme handelt. Kommunikation kann helfen, diese Gegensätze zu überwinden. Doch was so einfach klingt, ist in der Realität durchaus kompliziert: Mandarin gilt als extrem schwer zu erlernende Sprache. Und zwar nicht nur für den Menschen, sondern auch für Computerprogramme. Forschern von Microsoft Research ist nun allerdings ein Durchbruch gelungen: Sie erschufen eine künstliche Intelligenz, die Nachrichtenartikel aus dem Chinesischen ins Englische übersetzen kann – und zwar in der gleichen Qualität wie ein Mensch.


Flagge China
Foto: Alexander Trisko

Die KI-Version war auf einer Stufe mit zwei menschlichen Übersetzungen

Wie so oft spielte auch hierbei das maschinelle Lernen eine wichtige Rolle. So trainierte der Algorithmus sich etwa durch duales Lernen selbst. Dies bedeutet in diesem Fall schlicht, dass er den Text zunächst vom Chinesischen ins Englische übersetzte und dann wieder zurück. Auf diese Weise konnte die KI aus ihren eigenen Fehlern lernen. Hinzu kamen noch einige weitere Verfahren, um den Übersetzungsalgorithmus weiter zu verfeinern. Am Ende wurde schließlich ein Test gemacht: Ein von der künstlichen Intelligenz übersetzter Text wurde mit zwei Versionen von menschlichen Übersetzern verglichen. Das erstaunliche Ergebnis: Die Variante der KI war von der Qualität her absolut vergleichbar. Microsoft spricht daher von einem wichtigen Fortschritt.

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Zuletzt aktualisiert am 25.04.2018

Wissenschaftliche Texte könnten die KI noch vor Probleme stellen

Geleitet wurde das Projekt durch Xuedong Huang. Dieser zeigte sich selbst überrascht, wie schnell der Durchbruch gelungen ist. Denn die nun übersetzte Artikelsammlung namens Newstest2017 wurde erst im Herbst vergangenen Jahres zusammengestellt. Die künstliche Intelligenz erlernte ihre Fähigkeiten also innerhalb von wenigen Monaten. Allerdings ist auch klar: Ganz ersetzen kann die Technik den Mensch noch nicht. Denn von den eigenen Fremdsprachenkenntnissen dürfe den meisten bekannt sein, dass es noch einmal einen Unterschied gibt zwischen Zeitungsartikeln und etwa wissenschaftlichen Arbeiten. Dennoch ist Huang mit der Arbeit seines Teams sehr zufrieden: „Die Möglichkeit Sprachbarrieren zu durchbrechen und die Kommunikation zwischen Menschen zu verbessern, ist fantastisch“, so der Forscher.

Via: Microsoft Research


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