Kobalt könnte in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Schlüsselrohstoff werden. Denn das Metall wird unter anderem zur Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt. Sollte die Elektrifizierung des Straßenverkehrs noch einmal deutlich an Fahrt gewinnen, droht Kobalt auf dem Weltmarkt knapp zu werden. Die Folge wären hohe Preise für alle Unternehmen, die sich nicht frühzeitig um eigene Bezugsquellen gekümmert haben. Die Situation wird dadurch verschärft, dass sich die weltweit größten Reserven im Kongo befinden. Ein Einkauf dort kommt aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen beim Abbau für viele deutsche Unternehmen aber nicht in Frage. BMW hat sich daher nun zu einer interessanten Kooperation entschlossen: Gemeinsam mit der Hilfsorganisation GIZ sowie dem Chemiekonzern BASF und dem Batteriehersteller Samsung SDI soll untersucht werden, wie sich die Arbeitsbedingungen im Kleinbergbau verbessern lassen.


Auch für die Produktion des BMW i3 wird Kobalt benötigt.

Kinderarbeit ist beim Kobalt-Abbau an der Tagesordnung

Kleinbergbau klingt vergleichsweise harmlos, es handelt sich aber um ein extrem gefährliches Phänomen. Grundsätzlich wird der Kobalt-Abbau in der Demokratischen Republik Kongo zu über 80 Prozent von ausländischen Konzernen beherrscht. Rund um diese industriellen Minen graben aber auch Privatleute und kleine Zusammenschlüsse in Eigenregie nach dem wertvollen Rohstoff. Die Arbeitsbedingungen sind dabei oft lebensgefährlich. Außerdem werden Kinder für die schwierige Arbeit eingesetzt. In einer Testmine wollen die Kooperationspartner nun erproben, wie sich die Bedingungen verbessern lassen und ob sich das so gewonnene Kobalt dann sinnvoll in die Produktionsprozesse integrieren lässt. Nach drei Jahren soll schließlich Bilanz gezogen werden: Entweder wird das Projekt dann eingestellt oder auf weitere kleine Minen ausgeweitet.

Der Kongo leidet unter seinen vielen Rohstoffen

Für die Menschen im Kongo sind die großen Kobalt-Vorkommen bisher nur bedingt ein Segen. So herrschen in den Minen nicht nur oftmals grausame Arbeitsbedingungen, sondern Konflikte rund um den Rohstoff befeuerten auch die beiden Kongo-Kriege in der Vergangenheit. Der Kleinbergbau wiederum wurde durch ein besonderes Gesetz beflügelt: Demnach darf jeder männliche Erwachsene in der Demokratischen Republik Kongo die Rohstoffe des Landes erschließen. Ziel der Maßnahme war es, eine wohlhabende Mittelschicht zu kreieren und die leeren Staatskassen zu füllen. Tatsächlich verließen anschließend viele Landwirte ihre Felder und arbeiten nun in kleinen Minen unter oftmals unwürdigen Bedingungen. Das jetzt angestoßene Projekt könnte auch für weitere Branchen zum Vorbild werden. So wird Kobalt nicht nur für Batterien von Elektroautos benötigt, sondern etwa auch bei der Herstellung von Smartphones.


Via: Wiwo

Mehr zu den Arbeitsbedingungen im Kobalt-Bergbau: Cicero

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