BlaBlaCar ist bisher eine reine Mitfahrzentrale. Den Angaben der Firma zufolge nutzen rund 65 Millionen Menschen in 22 Ländern den Service. Auch in Deutschland ist das französische Unternehmen der unumstrittene Marktführer. Von Investoren wird BlaBlaCar inzwischen mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Es handelt sich also um ein sogenanntes Einhorn. Nun hat die Firma in einem überraschenden Schritt angekündigt, den Busbetreiber Ouibus übernehmen zu wollen. Dieser wird bisher vom staatlichen Bahnunternehmen SNCF betrieben, fuhr in der Vergangenheit aber nur Verluste ein. Dies soll sich durch die bessere Vermittlung und Vernetzung über die BlaBlaCar-Plattform zukünftig ändern. Dennoch ist der Schritt für die Mitfahrzentrale nicht ohne Risiko. Denn es fallen durchaus beträchtliche Kosten an.


Bild: BlaBlaCar

Die französische Bahn investiert in BlaBlaCar

Ouibus betreibt nämlich eine eigene Busflotte, deren Kosten durch das laufende Geschäft refinanziert werden muss. Zukünftig soll das Unternehmen allerdings verstärkt mit anderen Busunternehmen kooperieren. Damit würde sich das Geschäftsmodell dem des deutschen Konkurrenten Flixbus annähern. Das Münchener Startup besitzt in der Regel nämlich keine eigenen Busse, sondern vermittelt lediglich die Fahrten an mittelständische Busunternehmen. Zeitgleich mit der Ankündigung, Ouibus kaufen zu wollen, gab BlaBlaCar zudem auch eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 101 Millionen Euro bekannt. Interessanter Aspekt in diesem Zusammenhang: Zu den Investoren gehört wiederum SNCF. Das Geld dürfte vor allem in das neu erworbene Busgeschäft fließen. Unter anderem sind Kooperationen mit Anbietern in Deutschland geplant. Konkrete Fakten wurden dazu aber noch nicht bekannt gegeben.

Das Kerngeschäft ist profitabel

Dennoch handelt es sich um eine Transaktion, die man bei Flixbus sehr genau beobachten dürfte. Denn zum einen gehört Frankreich zu den wichtigsten Auslandsmärkten des Unternehmens. Zum anderen besäße eine Kooperation von BlaBlaCar und SNCF auch genügend Finanzkraft, um den europäischen Marktführer auch in anderen Ländern anzugreifen. Zumal das Kerngeschäft der Mitfahrzentrale inzwischen kein Geld mehr verbrennt und der Sprung in die Gewinnzone gelungen ist. Für die Kunden in Deutschland könnte dies eine gute Nachricht sein. Denn aktuell beherrscht Flixbus den Fernbusmarkt – nach den Übernahmen von Meinfernbus und Postbus – hierzulande weitgehend alleine. Eine solche Monopolstellung wirkt sich oftmals negativ auf Preise und Service aus – was wiederum Chancen für neue Wettbewerber eröffnet.


Via: Techcrunch

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