Flüge in den Weltraum faszinieren offensichtlich auch Milliardäre. So hat Amazon-Gründer Jeff Bezos bereits vor 18 Jahren die Firma Blue Origin gegründet – und investiert seitdem rund eine Milliarde Dollar pro Jahr. Bisher hat das Unternehmen vor allem damit Schlagzeilen gemacht, Touristen in den Weltraum bringen zu wollen. Eine entsprechende Transportkapsel wurde bereits der Öffentlichkeit präsentiert und die ersten unbemannten Testflüge verliefen erfolgreich. Parallel dazu entwickelt Blue Origin allerdings auch eine eigene Transportrakete, die für Kunden Satelliten ins All bringen soll. Dadurch gerät Bezos in direkte Konkurrenz zu einem anderen Milliardär: Elon Musks Firma SpaceX verdient nämlich genau damit das meiste Geld. Nun hat Blue Origin Medienberichten zufolge die eigene Entwicklungsarbeit massiv beschleunigt.


Amazon-Boss Jeff Bezos ist auch persönlich bei Blue Origin involviert. Foto: Blue Origin

Der Zeitplan für die Entwicklung der Rakete ist sehr ambitioniert

So hat sich die Mitarbeiterzahl in den letzten 24 Monaten verdoppelt und liegt nun bei 1.500. Insider gehen zudem davon aus, dass die Zahl in den nächsten beiden Jahren sogar auf rund 3.000 steigen könnte. Ziel der Neueinstellungen ist es vor allem, die Entwicklung der „New Glenn“ genannten Transportrakete voranzutreiben. Diese soll eigentlich im Jahr 2020 die ersten Testflüge unternehmen und dann ein Jahr später bereits Frachten ins All transportieren. Gegenüber dem wichtigsten Kunden Eutelsat räumten Manager von Blue Origin aber bereits ein, dass dieser Zeitplan etwas zu ambitioniert sein könnte. Firmenchef Bezos scheint sich mit den Verzögerungen hingegen nicht zufrieden geben zu wollen. Denn klar ist: Je länger Blue Origin für die Entwicklung braucht, desto mehr Kunden könnten zur Konkurrenz von SpaceX wechseln. Die Firma von Musk hat jedenfalls bereits mehr als 50 Raketenstarts erfolgreich absolviert.

Verzögerungen sind in der Raumfahrt nicht ungewöhnlich

Die Rakete von Blue Origin hingegen existiert bisher vollständig nur auf dem Papier. Die Ingenieure haben nun damit begonnen, erste Komponenten zu bauen, die dann allerdings erst einmal ausführlichen Tests unterzogen werden müssen. Zumindest die Vertragsgestaltung mit Eutelsat fällt für das Unternehmen recht positiv aus: Selbst wenn die geplanten Transporte nicht wie geplant in den Jahren 2021 und 2022 stattfinden können, fallen für Blue Origin keine zusätzlichen Kosten an. Verzögerungen sind in der Raumfahrt zudem keine Seltenheit: Zuletzt mussten Boeing und SpaceX bemannte Testflüge verschieben – weshalb die NASA sogar fürchtet, zukünftig keine Astronauten mehr zur ISS bringen zu können. Aktuell werden die bemannten Flüge von der russischen Raumfahrtagentur übernommen.


Via: CNBC

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