Schadprogramme und Viren sind ein weit verbreitetes Ärgernis. Ein unbedachter Klick im Internet oder ein unvorsichtigerweise eingesteckter USB-Stick und schon hat man sich einen ungewollten Gast auf die eigene Festplatte geladen. Glücklicherweise hat die Software-Industrie eine ganze Reihe an kostenlosen Programmen entwickelt, die Viren erkennen und unschädlich machen sollen. Da den Überblick zu behalten, ist nicht so ganz einfach. Deshalb präsentieren wir euch hier fünf kostenlose Programme, die sich im Kampf gegen unerwünschte Schadprogramme als zuverlässig erwiesen haben:


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1. Gründlich, aber ohne Echtzeitschutz: Anti-Malware von Malwarebytes

Nach Angaben des Unternehmens wird diese Software weltweit auf mehr als 80 Millionen Computern eingesetzt. In Deutschland allerdings ist Malwarebytes Anti-Malware-Programm noch vergleichsweise unbekannt. Zu Unrecht wie das Magdeburger AV-Testinstitut herausfand. Von allen dort getesteten kostenlosen Anti-Virenprogrammen und Virenscannern war einzig Anti-Malware in der Lage, sämtliche zu Testzwecken installierte Schadsoftware zu finden. Wer also sicher gehen will, dass der Computer mit großer Sorgfalt und bis in den letzten Winkel durchsucht wird, ist hier an der richtigen Adresse. Allerdings sind in der kostenlosen Version lediglich nachträgliche Scans der Festplatte enthalten, für einen Echtzeit-Virenschutz benötigt man die kostenpflichtige Premium-Version.

2. Kostenlose Registrierung notwendig:BitdefenderAntiVirus Free

Dieses kostenlose Anti-Virenprogramm ist auch in Deutschland schon relativ weit verbreitet. Es bietet neben dem obligatorischen Scan auch einen permanenten Schutz gegen Attacken von außerhalb. Sowohl während des Surfens im Internet, als auch bei der manuellen Installation neuer Programme, achtet der BitdefenderAntiVirus Free auf die Sicherheit des Computers und schlägt Alarm, sobald sich Viren durch die Hintertür einschleichen wollen. Der Bitdefender arbeitet zudem vergleichsweise effizient und ressourcenschonend und kann daher auch auf älteren und langsameren Computern eingesetzt werden. Grundsätzlich ist das Anti-Virenprogramm kostenlos, für regelmäßige Updates ist allerdings eine Registrierung notwendig. Bisher ist die Benutzeroberfläche zudem ausschließlich auf Englisch verfügbar.


3. Schützt auch das Heimnetzwerk: Avast Free Antivirus

Einen zuverlässigen Basisschutz bietet auch das kostenlose Anti-Virenprogramm von Avast. Bei bekannten und weit verbreiteten Viren und Trojanern kann es die Software problemlos mit jedem Konkurrenzprodukt aufnehmen. Allerdings zeigen sich Schwächen, wenn neue oder eher unbekannte Schadprogramme eingesetzt werden. Da übersieht der kostenfreie Virenscanner schon einmal etwas. Dafür allerdings bietet das Programm auch einen Schutz für das Heimnetzwerk. Solange der Computer mit dem Router verbunden ist, wird auch das Netzwerk auf Schwachstellen untersucht und bei Angriffen sofort eine Warnmeldung abgegeben. Eine durchaus nützliche Funktion, gerade bei möglicherweise nur schlecht geschützten Routern.

4. Add-on sichert auch den Internetverlauf: Avira Free Antivirus

Auch dieses kostenlose Anti-Virenprogramm bietet sowohl einen Echtzeit-Schutz, als auch die Möglichkeit die Datenträger auf bereits eingedrungene Viren und Trojaner zu untersuchen. Erfahrungsgemäß verbrauchen die Produkte von Avira allerdings vergleichsweise viele Ressourcen. Nutzer älterer Computer mögen sich daher manchmal gezwungen sehen, das kostenlose Anti-Virenprogramm zu beenden, um die Leistungsfähigkeit des Computers zu steigern. In solchen Fällen ist dann natürlich kein Schutz gewährleistet. Ein ebenfalls kostenloses Add-on zu Avira Free Antivirus kann zudem im Internetbrowser installiert werden. Dort verhindert es dann, dass andere Programme den Verlauf des Browsers kopieren und warnt bei verdächtigen Suchergebnissen. Denn der beste Schutz vor Viren ist immer noch, verdächtige Links gar nicht erst anzuklicken.

5. Benötigt keine Installation: F-Secure Online Scanner

Wer kein ganzes Programm auf seinem Computer installieren möchte, kann auch einen der zahlreichen kostenlosen Online-Virenscanner nutzen. Diese bieten zwar keinen Schutz gegen akute Attacken, präsentieren aber einen Überblick über bereits auf den Datenträgern festsitzende Viren und Spähprogramme. Der F-Secure Online Scanner arbeitet dabei vergleichsweise zügig und hinterlässt nach Abschluss des Scanvorgangs keinerlei Rückstände im System – auch wenn zu Beginn eine kleine Datei heruntergeladen und geöffnet werden muss. Der Scanner untersucht allerdings nicht sämtliche Datensätze, sondern lediglich bekannte Schwachstellen und Gefahrenherde. Dabei arbeitet er aber zuverlässig und entfernt möglicherweise entdeckte Software gründlich.

Einschätzung

Egal, ob man sich für einen Echtzeitschutz, einen festinstallierten Virenscanner oder für einen Onlinescanner entscheidet, sollte doch stets im Hinterkopf behalten werden: Keines der Programme arbeitet zu einhundert Prozent perfekt. Beim Surfen im Internet und beim Installieren unbekannter Programme sollte daher immer der gesunde Menschenverstand eingeschaltet bleiben.

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1 Kommentar

  1. Franz

    13. Juli 2017 at 20:26

    Ich wuerde mittlerweile die Finger von Avira lassen. Aufgrund eines Lockvogelangebotes (so sehe ich das mittlerweile) wollte ich am Sonntag von der bisher kostenlosen Version zu 75% Rabatt auf die Bezahlversion von Avira Pro wechseln. Nach dem Bezahlvorgang in Paypal erhielt ich eine Mail, die mir u.a. die Installationsdaten versprach. Diese ging jedoch nie ein. Rueckfragen, spaeter Beschwerden, beim Kundenservice wurden ausweichend, falsch oder im Zeitablauf immer herablassender beantwortet. Mittlerweile kann ich mich des Eindruckes nicht mehr erwheren, das zeitlich begrenzte Angebot zu drei Viertel des regulaeren Preises sollte mich nur anlocken, man will den Kunden dann aber bis zum Angebotsablauf hinhalten und dann die Version zum vollen Preis „schmackhaft“ machen. Vielleicht hat es mit dem seit 2014 amtierenden neuen Chef Witteveen zu tun. Jedenfalls, wer Menschen so behandelt, behandelt u.U. auch Angestellte unfair, und das kann dazu fuehren, dass diese dann dem Chef ein „Kuckucksei“ ins Nest legen, d.h. in der Software Hintertueren einbauen, die am Ende den Kunden schaden. Ich wechsle nun zum Konkurenz-Testsieger.

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