Der Diesel-Skandal von Volkswagen hat in den Vereinigten Staaten große Empörung ausgelöst. Inzwischen ist es dem Konzern aber gelungen, eine Einigung mit den dortigen Justizbehörden zu finden. Ein Teil der Vereinbarung: VW muss zwei Milliarden Dollar in die Infrastruktur für emissionsfreie Autos investieren. Dazu wurde die Tochterfirma Electrify America ins Leben gerufen, die damit begonnen hat, im ganzen Land Ladestationen für Elektroautos zu errichten. Bis Mitte dieses Jahres soll die Zahl der so neu errichteten Ladepunkte bei immerhin 484 liegen. Diese verfügen zudem immer auch über eine Schnellladefunktion. Genau dies kann aber zu bestimmten Uhrzeiten zum Problem werden. Denn in Zeiten hoher Nachfrage schießt der Strompreis enorm in die Höhe.


Foto: Tesla

Eine Akkuladung müsste theoretisch rund 100 Dollar kosten

Nutzen also beispielsweise mehrere Elektroautos gleichzeitig die Schnellladestationen zu einer Zeit, in der ohnehin gerade viel Strom verbraucht wird, kann das für Electrify America sehr teuer werden. So hat das Unternehmen berechnet, dass es theoretisch in einem solchen Fall den Kunden zwischen 70 und 110 Dollar für eine Akkuladung in Rechnung stellen müsste. Weil dann aber natürlich niemand mehr ein Elektroauto fahren würde, wird der Strom zu einem festen Preis abgegeben. Die Konsequenz: In Zeiten hoher Nachfrage macht das Unternehmen Verlust mit seinen Ladestationen. Ändern soll sich dies zukünftig durch den Einsatz von Energiespeichern des Autobauers Tesla. Diese speichern Strom, wenn dieser gerade günstig zu haben ist, und geben ihn in Zeiten hoher Nachfrage wieder ab.

Der gespeicherte Strom kann auch vermarktet werden

Installiert werden sollen die Powerpacks daher vor allem in Gegenden, wo die Zahl der Elektroautos auf den Straßen bereits vergleichsweise hoch ist. Dies ist in Kalifornien und im Nordosten der Vereinigten Staaten der Fall. Einmal zum Einsatz gebracht könnten die Energiespeicher zudem auch ein nettes Nebengeschäft ermöglichen. So wäre es denkbar, dass Electrify America freie Kapazitäten an gespeichertem Strom zu bestimmten Zeiten ins Netz einspeist und so zusätzliche Gewinne einfährt. Noch wird diese Option allerdings innerhalb des Unternehmens lediglich diskutiert. Klar ist in jedem Fall, dass der Ausbau des Netzes an Ladestationen noch nicht abgeschlossen ist. Vielmehr spricht die VW-Tochter aktuell mit den US-Behörden über die notwendigen nächsten Schritte.


Via: Reuters

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