Nun geht es im Roundup-Streit so richtig los: Ein amerikanisches Paar, das jahrelang den Unkrautvernichter von Monsanto verwendete, klagt aktuell auf ein horrendes Bußgeld. Alva und Alberta Pilliod sind beide an Krebs erkrankt und der Meinung, dass die Nutzung des Pestizids damit im Zusammenhang steht. Da die Bayer AG den US-Konzern im letzten Jahr aufgekauft hat, findet sie sich nun auf der Anklagebank wieder.


By JanManuOwn work, CC BY-SA 3.0, Link (Monsanto siembra muerte = Monsanto sät den Tod)

Unter dem Eindruck der Klage fielen die Aktien um 2,6 %

Zwei ähnliche Prozesse hat Bayer bereits verloren, beide zusammen kosteten den Chemie-Giganten 159 Millionen Dollar. Die Pilliods jedoch geben sich nicht mit Millionensummen zufrieden, sie verlangen 1 Milliarde Dollar Bußgeld plus 55 Millionen Schadensersatz. Die hohen Summen begründet ihr Anwalt damit, dass die Einnahmen vor Steuern aus Monsantos Zweig für Landwirtschaftschemie im Jahr 2017 sagenhafte 892 Millionen Dollar betragen habe. Unter dem Eindruck dieser Klage fiel die Bayer-Aktie allein am letzten Donnerstag um 2,6 %. Seitdem die Bayer AG Monsanto kaufte, haben ihre Aktien bereits etwa 40 % an Wert verloren: Eine besonders weise Entscheidung scheint diese Übernahme also nicht gewesen zu sein, vor allem auch deshalb, weil mindestens noch 13.400 weitere Klagen anstehen.

Roundup-Werbung mit Mann in kurzer Sommerkleidung

Rechtsanwalt Wisner bringt in diesem Prozess außerdem vor, dass es interne Dokumente von Monsanto gäbe, die »Manipulation und Fabrikation« wissenschaftlich relevanter Daten belege. Zudem hält er ein von Monsanto erstelltes Roundup-Werbevideo bereit, das einen Mann zeigt, der in kurzer Sommerkleidung Glyphosat versprüht. Sogar Monsantos eigene Untersuchungen legen aber die Empfehlung nahe, bei der Nutzung des Pestizids mindestens einen Overall und Stiefel zu tragen. »Das ist absichtliche und wissentliche Vernachlässigung der Sicherheit von Menschen«, so Wisner. Diese Art von Beweisen lag in den bisherigen Roundup-Prozessen nicht vor, aus diesem Grund – und natürlich auch wegen der gewaltigen geforderten Geldsumme – wird noch einmal richtig spannend.


Quelle: faz.net

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2 Kommentare

  1. eisvogel

    11. Mai 2019 at 16:04

    Eigentlich müßte Bayer die ehemaligen Eigentümer von Monsanto wegen Täuschung verklagen.
    Die Verkäufer Monsanto’s hatten den Braten sicher schon gerochen und noch schnell die faulen Eier an Bayer verkauft.
    Die Amis verstehen eben was vom Geschäfte machen. Verkaufen Blasen teuer bevor sie platzen und kaufen sich in Europa ein, sichern sich Wasserrechte;
    An den Wasserkraftwerken Österreichs halten die Amis über 50℅, …..

  2. eisvogel

    11. Mai 2019 at 16:38

    Aber ich bin sicher, die Anwälte Monsanto’s haben im Kaufvertrag einen Haftungsausschluß verankert.

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