Die Zahl der Salmonellen-Erkrankungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren zum Glück drastisch zurückgegangen. Kam es im Jahr 1990 noch zu rund 200.000 Erkrankungen, ist dieser Wert inzwischen auf etwas über 15.000 gesunken. Diese Entwicklung ist von Bedeutung, weil eine Salmonellen-Vergiftung für viele ältere oder ohnehin geschwächte Personen noch immer tödlich verlaufen kann. Forscher der „Duke University“ in den Vereinigten Staaten haben die für die Krankheit verantwortlichen Bakterien allerdings nun genetisch so verändert, dass sie zukünftig für die gute Sache im Einsatz sein könnten. Denn die Salmonellen-Bakterien wurden in die Lage versetzt, Krebszellen im Gehirn gezielt aufzuspüren und anschließend zu zerstören. Bei Mäusen konnte auf diese Weise die Überlebensdauer signifikant erhöht werden.


Der Salmonellenerreger sucht gezielt nach Krebszellen

Konkret ging es bei der Studie um sogenannte Glioblastome. Diese gelten als die gefährlichste Art des Hirntumors und können lediglich operativ entfernt werden. Weil sie den Gehirnzellen aber sehr ähneln, ist dies für den Chirurgen alles andere als einfach. Oftmals verbleiben daher einige Krebszellen im Hirn und fangen nach der Operation wieder an sich zu vermehren. Dies soll durch den Einsatz der Bakterien zukünftig verhindert werden. Konkret wurde der genetische Code dabei so verändert, dass der Salmonellenerreger nach der Aminosäure Purine sucht. Diese ist mehr oder weniger ausschließlich in den Krebszellen zu finden.


Bei Mäusen erhöhte sich die Überlebenschance signifikant

Die Salmonellenerreger nisten sich dort dann ein und bringen eine zweite genetische Veränderung zum Einsatz: In besonders sauerstoffarmen Regionen – wie beispielsweise bei Tumorzellen – schütten sie zwei Stoffe aus, die letztlich zur Selbstauflösung der Zellen führen. Auf diese Weise verschwinden dann nicht nur die Tumorzellen, sondern auch die Salmonellen-Erreger, so dass auch diese keinen Schaden im Körper anrichten können. Bei Studien mit Mäusen überlebten immerhin zwanzig Prozent die Therapie um mehr als hundert Tage – was in etwa zehn Menschenjahren entspricht. Zum Vergleich: Mit bisherigen Behandlungsmethoden überleben nicht einmal zehn Prozent der Patienten mehr als fünf Jahre. Es bleibt aber noch abzuwarten, inwieweit sich die Ergebnisse aus den Tierversuchen auch auf den Menschen übertragen lassen.

Via: Engadget

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