Neusten Untersuchungen zufolge konnte im Speichel von Zecken ein Molekül ausfindig gemacht werden, welches Krebszellen abtötet. Brasilianische Forscher haben die Entdeckung gemacht, die der modernen Krebstherapie in naher Zukunft von großen Nutzen sein könnte. Bei Tieren wurden bereits erfolgreiche Studien durchgeführt, der nächste Schritt ist die Anwendung bei Menschen. Bevor dieser eingeleitet werden kann, bedarf es jedoch noch der Einholung von einer Genehmigung, die wiederum weitere Studien voraus setzt.


Zecken-Spucke bekämpft bösartige Krebszellen

Am Butantan Institut in Sao Paulo machten brasilianische Forscher die sensationelle Entdeckung. Der Speichel der unangenehmen Blutsauger könnte alsbald als Schlüssel für die Behandlung von Krebs fungieren. Die Entdeckung machte das Forscherteam rund um Projektkoordinatorin Ana Marisa Chudzinski-Tavassi eher zufällig, heißt es in einem Bericht. Im Fokus der Untersuchungen mit den Spinnen-Tieren stand eigentlich die gerinnungshemmende Wirkung des Speichels. Als der Test auch an Krebszellen durchgeführt wurde konnte schnell festgestellt werden, dass ein Molekül im Speichel der Zecken auch bösartige Krebszellen abtötet.


Nach erfolgreichen Tests bei Tieren soll Studie fortgeführt werden

Die nun gewonnenen Erkenntnisse können aktiv bei der Bekämpfung von Krebs mit einfließen. Dabei konnten erkrankte Tiere erfolgreich durch die Speichel-Therapie von Haut-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs befreit werden. Es konnten sogar Metastasen in der Lunge bekämpft werden, halten die Forscher weiter fest. Ana Marisa Chudzinski-Tavassi erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass bei einer Chemotherapie Tumorzellen wesentlich stärker angegriffen werden als gesunde Zellen. Dennoch kommt es auch zu Beschädigungen normaler Zellen. Bei den aktuellen Versuchen mit dem Zecken-Speichel konnte nachgewiesen werden, dass nach 42 Behandlungstagen nicht eine normale Zelle angegriffen wurde. Das ist ein riesiger Erfolg.

Es liegt nun an der nationalen Gesundheitsbehörde Brasiliens, dass schnellstmöglich eine Freigabe für Studien an Menschen erteilt wird. Der Speichel der Zeckenart Amblyomma cayennense könnte den Ruf der lästigen Blutsauger ein wenig aufpolieren. Zecken gelten bisher als Überträger von Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Neue Methoden im Kampf gegen Krebs

Weltweit arbeiten Forscher intensiv an neuen Behandlungsmethoden gegen Krebs. Vermehrt konnten in den letzten Monaten positive Entwicklungen verzeichnet werden. So ist Forschern der Yonsei University in Seoul eine Methode geglückt, welche den programmierten Zelltod von Krebszellen einleitet. Dabei wird auf eine innovativen Methode gesetzt, die magnetische Impulse nutzt. Wissenschaftler der Johns Hopkins University haben zudem ein Verfahren entwickelt um eine Krebserkrankung wesentlich früher feststellen zu können. Je früher Krebs diagnostiziert wird, desto höher sind die Heilungschancen.

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