Künstliche DNA


Künstliche DNA soll Verbrecher aufspüren und überführen. Tests in Großbritanien und den Niederlanden zeigen erste Erfolge.

„Mit dem unsichtbaren flüssigen DNA Stoff können Wertgegenstände gekennzeichnet und im Fall eines Diebstahls später dem Besitzer zugeordnet werden, teilte der Bremer Senat gestern mit. Dieben hafte die künstliche DNA etwa sechs Wochen an den Fingern oder an Kleidungsstücken. Angesichts guter Erfahrungen mit künstlicher DNA in den Niederlanden und Großbritannien habe Bremen sich zu einem Test entschlossen“, so berichtet der Tagesspiegel. 


„Als erstes Bundesland will Bremen im Kampf gegen die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen künstliche DNA einsetzen, um Täter zu überführen und ihre Beute aufzuspüren. Sichtbar werde der DNA Stoff unter einem speziellen UV-Licht. Entscheidend ist dabei, dass jede Charge des künstlichen Kennzeichnungsstoffes wie richtige DNA einzigartig sei und deshalb eine eindeutige Kennzeichnung ermöglicht.  Die Bremer Polizei konzentriert sich zunächst auf Wohnungseinbrüche. Es seien aber auch viele andere Einsatzfelder denkbar da Verbrecher immer wieder mit neuen Ideen auftrumpfen: Siehe Handy Pistole von der Italienischen Mafia.

Unter Federführung des Landeskriminalamtes soll die neue Strategie der Verbrechensbekämpfung für Bremen und Bremerhaven vorbereitet werden und nach Auswahl geeigneter Testbereiche in der zweiten Jahreshälfte starten. Eine andere Möglichkeit sei, Täter auch ohne die Berührung präparierter Objekte mit dem lange anhaftenden Stoff zu markieren. Bei Banküberfällen wo Tresore und Safes geplündert werden oder Tankstellenraub könnte das etwa mit sogenannten DNA-Duschen – aus über den Türen angebrachten Behältern – vorgenommen werden.

Erfahrungen in England und Großbritannien

In Großbritannien und den Niederlande werde künstliche DNA bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt und habe in bestimmten Bereichen zu einem Rückgang der Delikte um bis zu 80 Prozent geführt. Der Einsatz der künstlichen DNA kann mit Hinweisschildern an Türen und Fenstern kombiniert werden, die potenzielle Einbrecher vor dem Entdeckungsrisiko warnen und so der Abschreckung dienen. Bremen hat die im Großstadtvergleich auf 100 000 Einwohner höchste Zahl an Einbrüchen, Autoaufbrüchen und Fahrraddiebstählen in Deutschland. Vor allem diese Delikte sollen mit dem Einsatz künstlicher DNA bekämpft werden und die Täter hinter Gittern bringen.

Bis Ende April will man in Bremen besonders einbruchgefährdete Wohngebiete für ein Pilotprojekt ausgewählt haben. Zudem will die Polizei Sponsoren und Partner gewinnen, um die pro Haushalt etwa 60 Euro teure Substanz kostenlos abgeben zu können. Dann sollen die Bürger ihre Wertsachen mit ihrer persönlichen Charge der DNA bepinseln oder besprühen. Zudem sollen Schilder in den Hausfenstern den Einsatz der Kunst-DNA explizit ankündigen, um Einbrecher abzuschrecken.

Auf Abschreckung setzen

„Wir wollen eine Verunsicherung der kriminellen Szene erreichen“, erläuterte der stellvertretende Leiter der Bremer Schutzpolizei Dirk Fasse. In Großbritannien sei die Substanz seit mehr als acht Jahren im Einsatz. Polizeibekannte Straftäter seien per Brief auf die Markierungstechnik aufmerksam gemacht worden. Laut Begleitforschung habe es in markierten Wohnbereichen praktisch keine Einbrüche mehr gegeben. Zwar seien sie dafür in anderen Gebieten häufiger geworden, doch unter dem Strich hätten sich die Delikte um 80 Prozent reduziert.“

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/DNA..

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3 Kommentare

  1. Anonymer Arbeitsplatz

    7. Juli 2009 at 09:27

    […] Wert manch Einer auf Sicherheit legt. Dauert es wohl nicht mehr lange, bis der aufgeklärte Einbrecher an Treppen zieht und gegen Schränke […]

  2. […] Verfahren zur DNA-Bestimmung der Hunderassen ist dabei ähnlich, wie das welches bei Menschen angewandt wird. Mittels […]

  3. […] Künstlicher DNA Stoff soll Verbrecher überführen […]

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