Die meisten Milchkühe kommen mit Hörnern auf die Welt, diese werden aber bereits nach wenigen Tagen ausgebrannt oder weggeätzt. Diese drastische Maßnahme soll verhindern, dass die Tiere sich oder andere später mit den Hörnern verletzen. Bei Tierschützern ist die Prozedur aber hoch umstritten, denn sie ist für die jungen Tiere keineswegs schmerzfrei. Tatsächlich hat die Natur bereits vor Jahrhunderten im Rahmen der Evolution Rinderarten ohne Hörner produziert – beispielsweise die bekannten Angus-Rinder. Versuche auf natürlichem Wege Milchkühe ohne Hörner zu züchten, waren aber nur teilweise erfolgreich: Die so neu gezüchteten Rassen waren kommerziell kein Erfolg, weil sie weniger Milch produzierten als die klassischen Milchkühe.


By Jjron (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
By Jjron (Own work) [GFDL (CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Die Genmanipulation zeigte bisher keine ungewollten Nebenwirkungen

Wissenschaftler haben daher nun die Genmutationen identifiziert, die dafür sorgen, dass bei einigen Rinderarten keine Hörner mehr wachsen. Diese wurden dann isoliert und so für die Forschung nutzbar gemacht. So nahmen Wissenschaftler beispielsweise bei noch ungeborenen Tieren auf künstliche Art und Weise eine solche Genveränderung vor und hatten damit Erfolg: Die beiden Rinder Spotigy and Buri sind inzwischen mehr als zehn Monate alt und kamen tatsächlich ohne Hörner auf die Welt. Die beiden sind allerdings männlich und geben daher keine Milch. Theoretisch sollte sich der Vorgang aber auch auf Milchkühe übertragen lassen. Viel wichtiger zunächst: Die beiden Tiere scheinen keinerlei Beeinträchtigungen durch das veränderte Genmaterial zu besitzen.

Ein natürlicher Zuchtprozess würde Jahrhunderte in Anspruch nehmen

„Man könnte die selben Ergebnisse natürlich auch mit natürlicher Zucht erreichen, aber Genveränderungen beschleunigen den Prozess enorm und verringern die Zeitspanne bis zum erreichen des Ziels von Jahrhunderten auf Jahre“, erklärt William Muir, Professor an der Purdue University. Im Idealfall ergibt sich so eine doppelte Gewinnsituation: Die Tiere müssen keine Schmerzen mehr erleiden und die Farmer erhalten weiterhin die gewohnte Menge an Milch. Bevor diese allerdings tatsächlich vermarktet werden könnte, müssen zunächst noch die US-Gesundheitsbehörden von der Unbedenklichkeit der Methode überzeugt werden.


Via: Popsci

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Christoph

    12. Mai 2016 at 22:39

    Ich höre schon die Kritiker, die Angst vor der Milch dieser Kühe haben. Hm, ich glaube nicht, dass das Auswirkungen auf die Milch oder das Fleisch hat. Aber wo wird das hinführen? Es ist ja immer mehr möglich. Und verdammt, der Markt dafür ist da. Was wäre mit sehr intelligenten Katzen? Also eine, wie sie im Bilderbuche steht. Die sitzt bei mir mit auf der Arbeit, schaut Fernsehen und kann mit einem Computer sagen, was sie möchte. Also einen, wo sie was tippen kann. Geht nicht? Dann wartet mal noch 50 Jahre. Hab gelesen, dass man schon eine Maus mit einem Menschengehirn erschaffen könnte. Wie die dann wohl wäre? Neugierig wäre ich ja.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.