Künstliche Intelligenz ist ein Thema, das in Zukunft immer wichtiger werden wird. Es gibt kaum einen Bereich, der nicht potentiell von schlauen Computersystemen profitieren kann. Egal, ob es sich um Gesundheitsschutz, die Energieversorgung, autonomes Fahren oder die Verwaltung in Unternehmen handelt: Die potentiellen Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenzen sind enorm. Grund genug für die Europäische Kommission, sich Gedanken über ethische Richtlinien für ihren Einsatz zu machen.


Künstliche Intelligenz

KI wirft ethische Probleme auf

Tatsächlich gibt es eine Reihe ethische Fragen, die im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI aufgeworfen werden. Unter anderem etwa, wie die Programmierer solcher Programme es verhindern können, dass die KI Menschen oder einzelne Gruppierungen benachteiligt. Und wer für die Folgen von Entscheidungen die Verantwortung trägt, wenn diese Entscheidungen allein von einem Computer getroffen werden.

Große Tech-Unternehmen haben diese Problematik inzwischen erkannt. So hat etwa das Unternehmen Alphabet (Google) kürzlich erst einen eigenen Ethikrat gegründet – und diesen wegen der Zusammensetzung des Gremiums nur eine Woche später wieder aufgelöst. Und auch die EU springt auf den Zug auf. Diesen Montag legte die Europäische Kommission in Brüssel Vorschläge für ethische Richtlinien vorgelegt, die in der ganzen EU gelten sollen. Vertrauen in die neue Technologie KI sei dringend notwendig, damit die Gesellschaft ihr Potential nutzen könne, so der zuständige Vizepräsident Andrus Ansip.


Regeln für KI

Die Kommission arbeitete auf Basis von Empfehlungen einer Expertengruppe und legte eine Art Checkliste vor, die sieben Voraussetzungen definiert, die eine KI erfüllen muss, um als vertrauenswürdig zu gelten. Im Detail geht es um folgende Punkte:

  • KI soll die Autonomie von Menschen nicht verringern, einschränken oder fehlleiten.
  • Die Programme sollen Fehler und widersprüchliche Aktionen erkennen und auf sie reagieren können.
  • Die Kontrolle über die Daten soll bei den Menschen verbleiben.
  • KI soll keine Menschen diskriminieren.
  • Künstliche Intelligenzen sollen das soziale Niveau und den Umweltschutz verbessern.
  • Die Entscheidungen des Systems müssen transparent und nachvollziehbar sein.
  • Es muss einen klaren Verantwortlichen geben.

Ansip hofft, dass diese Regeln mittelfristig dazu beitragen werden, die EU zum Weltmarktführer für vertrauenswürdige KI zu machen.

Deutsche Industrie reagiert zurückhaltend

Die Reaktion des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) fiel verhalten aus. Die Leitlinien seien zwar ein wichtiger Schritt in Sachen KI-Entwicklung in Europa, aber man dürfe auch nicht alle Anwendungen über einen Kamm scheren. Außerdem mahnte der Verband an, dass die Leitlinien Europa als KI-Standort nur voranbringen können, wenn mehr in die Entwicklung smarter Programme investiert wird. Momentan liegen die privaten Investitionen in dem Sektor in Europa bei 3,2 Milliarden Euro pro Jahr. Dem gegenüber stehen 9,7 Milliarden in Asien und 18,6 Milliarden in Nordamerika..

Laut der EU-Kommission sei es gerade deshalb wichtig, mit Partnern wie Japan, Kanada oder Singapur zusammenzuarbeiten und auf Ebene der G7 und G20 an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Auch hier fand der BDI Anlass zur Kritik: Es sei unklug, die USA auszuschließen. Vielmehr müsse an einem gemeinsamen transatlantischen Verständnis der KI-Nutzung gearbeitet werden.

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