Die Schwerelosigkeit im All ist durchaus faszinierend. Auch die Astronauten auf der Internationalen Raumstation scheinen es grundsätzlich zu genießen, einfach so durch die Luft schweben zu können. Doch die fehlende Gravitation bring auf Dauer auch Probleme mit sich. Denn zum einen werden die Muskeln dadurch nicht so stark belastet und bilden sich daher nach einiger Zeit zurück. Zum anderen verlagern sich viele Körperflüssigkeiten in die obere Körperhälfte, wodurch die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems abnimmt. In Köln erforschen daher die NASA, die ESA und das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) welche Möglichkeiten es gibt, diese negativen Effekte auszugleichen. Simuliert wird der Aufenthalt im All dabei durch das dauerhafte Liegen im Bett.


Bild: ESA

Das Bett ist auf der Kopfseite um einige Prozent abgesenkt

Insgesamt sollen die Probanden 60 Tage am Stück im Bett bleiben. Sämtliche Aktivitäten müssen daher liegend absolviert werden. Zusätzlich werden die Bewegungsmöglichkeiten auch noch künstlich eingeschränkt, um die mangelnde Belastung im Weltraum zu simulieren. Hinzu kommt: Die Betten sind an der Kopfseite um sechs Prozent abgesenkt, sodass auch hier die Körperflüssigkeiten sich im Kopf und Oberkörper konzentrieren. Letztlich kann auf diese Weise eine Situation erreicht werden, deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper sich mit der fehlenden Schwerkraft im Weltall vergleichen lassen. Ein Teil der Probanden wird zudem in der DLR-Kurzarm-Zentrifuge regelmäßig gedreht, um zu sehen, ob diese Form der künstlichen Gravitation die sonst auftretenden Symptome verhindern kann.

Für September werden noch Probandinnen gesucht

Die Ergebnisse des Bett-Experiments sollen dann auch noch einmal auf der Internationalen Raumstation unter tatsächlichen Weltraum-Bedingungen überprüft werden. Für die Grundlagenforschung ist die Arbeit auf der Erde allerdings unverzichtbar. Zumal sich die Ergebnisse auch auf einige irdische Krankheiten übertragen lassen dürften. Die Studie wird zudem in zwei Wellen durchgeführt. Die erste Gruppe wird ab heute dauerhaft im Bett bleiben. Eine zweite Gruppe wird im September in Köln erwartet. Hier sind zudem auch noch einige Plätze frei – insbesondere für weibliche Teilnehmer. Wer also ohnehin morgens nur ungerne aufsteht und knapp drei Monate Zeit hat, kann hier einen wichtigen Beitrag für die zukünftige Raumfahrt und eine mögliche Marsmission leisten.


Via: Engadget

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